Donnerstag, 13. Mai 2010

THE LAST MOVIE – Dennis Hopper

Dienstag 18.05.2010
20.30 Uhr
vorgeschlagen von Sabine Herpich

THE LAST MOVIE | USA 1971 | Regie: Dennis Hopper | Buch: Dennis Hopper, Stewart Stern | Kamera: László Kovács | Montage: Dennis Hopper, David Berlatsky, Antranig Makakian | Produzenten: Paul Lewis, Bob Rafelson, Michael Gruskoff | Musik: Severn Darden, Chabuca Granda, Kris Kristofferson | Darsteller: Dennis Hopper, Stella Garcia, Julie Adams, Sylvia Miles, Peter Fonda | 103 Minuten | Farbe | Englis

Die Dreharbeiten zu einem Hollywoodwestern bringen den Alltag in einem kleinen peruanischen Dorf nachhaltig durcheinander. Mit Verwunderung sehen die Eingeborenen dem merkwürdigen und ausgelassenen Treiben des Filmteams vor und hinter der Kamera zu. Nach einer wilden Abschiedsparty verlassen die Filmleute den Drehort, die Dorfbewohner kehren zu ihrem früheren, von Not und Armut geprägten Leben zurück. Lediglich den Stuntman Kansas hält es wegen seiner peruanischen Freundin Maria in der Gegend. Er träumt von einem Neubeginn in diesem noch weithin unberührten Landstrich, hofft auf die Ankunft anderer Filmteams und entwirft in seinem Kopf Hotelkomplexe und andere Touristenattraktionen. Währenddessen inszenieren die Dorfbewohner ihren eigenen "Film", in dem sie Kansas auch eine Rolle zugedacht haben.
[Text aus: http://www.film-lexikon.de/The_Last_Movie]

LINKS:

Kritik in der Filmzentrale: http://www.filmzentrale.com/rezis/lastmoviebl.htm

Donnerstag, 6. Mai 2010

THE HOLY MOUNTAIN - Alejandro Jodorowsky

Dienstag 11.05.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von James Bews

THE HOLY MOUNTAIN | Mexiko, USA 1973 | Regie: Alejandro Jodorowsky | Buch: Alejandro Jodorowsky | Kamera: Rafael Corkidi | Montage: Federico Landeros | Produzenten: Mick Gochanour, Alejandro Jodorowsky, Robin Klein, Roberto Viskin | Musik: Don Cherry, Ronald Frangipane, Alejandro Jodorowsky | Darsteller: Alejandro Jodorowsky, Horacio Salinas, Zamira Saunders, Juan Ferrara, Adriana Page | 114 Minuten | Farbe | Englisch, Spanisch mit UT

In a sense Alejandro Jodorowsky's first three feature films - Fando y Lis (1968), El Topo (1970) and The Holy Mountain (1973) – all tell essentially the same story: a man goes on a metaphysical quest for self-knowledge and divine enlightenment through an imperfect world of symbols, delusions and perversions. Yet despite their shared DNA, each cinematic mutation was to prove more monstrously complex than its predecessor, and though El Topo is probably the best known of the three – not least because it was the first film to be embraced by the emerging 'midnight movie' circuit – THE HOLY MOUNTAIN represents, in keeping with its title, the very pinnacle of Jodorowsky's early filmmaking career.
All-encompassing in its themes, and overwhelming in its stylised aesthetics, it is certainly one of the most eye-goggling, awe-inspiring and unapologetically pretentious movies of the last century. (...)

What do the Tarot, the Kaballah, Alchemy, mysticism, Gnosticism, Shamanism, Christianity, Judaism, Buddhism, Freemasonry, poetry, economics, idealism, cynicism, political satire, poetry, social commentary, philosophy, theology, history, futurism, surrealism and realism all have in common? Well, not much; but THE HOLY MOUNTAIN mixes them all up in a heady blend that is as coherent, or incoherent, as an encyclopaedia of human knowledge, in an absurdly ambitious attempt to expand the viewer's mind and show life in all its dizzying complexity. Like some mad physicist out to find the Unifying Theory of Everything, Jodorowsky leads a carnivalesque parade where clashing movements and conflicting ideologies are all allowed to dance together to the throbbing of his overstimulated brain.

[Text von Anton Bitel: http://www.eyeforfilm.co.uk/reviews.php?id=5884]

LINKS:

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Montana_Sacra_%E2%80%93_Der_heilige_Berg

Montag, 3. Mai 2010

XXY - Lucía Puenzo

Dienstag 04.05.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Diemo Kemmesies

XXY | Argentinien, Frankreich, Spanien 2007 | Regie: Lucía Puenzo | Buch: Sergio Bizzio, Lucía Puenzo | Kamera: Natasha Braier | Montage: Hugo Primero, Alex Zito | Produzenten: José María Morales, Carla Pelligra, Luis Puenzo, Fernando Sirianni, Fabienne Vonier | Musik: Andrés Goldstein, Daniel Tarrab | Darsteller: Ricardo Darín, Valeria Bertuccelli, Germán Palacios, Carolina Pelleritti, Martín Piroyansky, Inés Efron, Guillermo Angelelli, César Troncoso, Jean Pierre Reguerraz, Ailín Salas, Luciano Nóbile, Lucas Escariz | 86 Minuten | Farbe | Spanisch mit UT

Alex (Ines Efron) ist fünfzehn und sie ist ein Hermaphrodit, ein Mädchen mit Brüsten und einem Penis. Man hat sie nicht, wie es in solchen Fällen lange Zeit üblich war und oft schlimme Folgen zeitigte, nach der Geburt operiert. Ihre Eltern haben ihr die schreckliche Freiheit gelassen, anders zu sein als die anderen, und XXY, das Debüt der Regisseurin Lucía Puenzo, erzählt von beidem: der Freiheit und dem Schrecken. Es geht Puenzo dabei nicht – wie etwa Jeffrey Eugenides' Erfolgsroman "Middlesex" – um Gender-Diskurse, nicht um Thesen zum Umgang mit Intersexuellen. Und nur im besten Sinne ist XXY ein Problemfilm, weil es ihm nämlich gelingt, das "Problem" so zu indivualisieren, dass man sich mehr für das Individuum interessiert und seine Art und Weise, das Problem zu konfrontieren. (...)

Lucía Penzo, deren Drehbuch nicht die stärkste Seite des Films ist, (...) hat, wie um für Balance zu sorgen, eine Vergewaltigungsszene eingefügt und eine Konfronation Alvaros mit seinem Vater, der ihn seiner "Unmännlichkeit" wegen verachtet. Allzu symbolisch geht es mitunter zu, von intersexuellem Meeresgetier und zerhobelten Karotten bis zum Familiennamen von Alex, der "Kraken" lautet. Diese Symbolik wird durch zweierlei immer wieder vergessen gemacht: die fiebrig-lebendige Kamera der (immer fantastischen) Natasha Braier, die den Figuren nahe kommt und nahe bleibt, ohne aufdringlich zu sein und so überzeugend daran arbeitet, dass sich nichts verfestigt, im Inneren von Alex und Alvaro und im Äußeren der erst leise, dann heftiger erschütterten Leben aller Beteiligten. Und vor allem Ines Efron, die Darstellerin von Alex, die schon im kürzlich bei uns angelaufenen Film "Glue" zu sehen war (Kamera auch da: Natasha Braier), und völlig überzeugend zwischen Furcht, Trotz, Verträumtheit und abrupt aufbrechender Entschlossenheit weniger schwankt als in abrupten Schüben gleitet. (...)

[Text von Ekkehard Knörer, zuerst erschienen am 25.06.2008 bei www.perlentaucher.de]

LINKS:

Der Artikel in voller Länge: http://www.filmzentrale.com/rezis/xxyek.htm

Donnerstag, 22. April 2010

GLUE – Alexis Dos Santos

Dienstag 27.04.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Diemo Kemmesies
GLUE | Argentinien, GB 2006 | Regie: Alexis Dos Santos | Buch: Alexis Dos Santos | Kamera: Natasha Braier | Montage: Ida Bregninge, Leonardo Brzezicki, Alexis Dos Santos | Produzent: Alexis Dos Santos, Soledad Gatti-Pascual | Darsteller: Nahuel Pérez Biscayart, Nahuel Viale, Inés Efron, Verónica Llinás, Héctor Díaz, Florencia Braier | 110 Minuten | Farbe | Spanisch mit UT

Eine Jugend in einem Kaff in Patagonien. Darum herum Wüste. Lucas (Nahuel Perez Biscayart) und Nacho (Nahuel Viale) und Andrea (Ines Efron) versuchen, der äußeren Ereignislosigkeit ein wenig Pubertätsdramatik abzugewinnen. Lucas liebt die Verzweiflungssongs der Violent Femmes und schreibt für seine Band selber solche. Über Russinnen und Russen, die sich ausziehen. Über Sex. Ein Thema, mit dem er jetzt nicht die ganz große Erfahrung hat. (...)

Regisseur und Drehbuchautor Alexis Dos Santos kommt aus dem patagonischen Kaff, in dem GLUE spielt. Er macht aus der Ödnis kein Drama. Er setzt auf das Improvisieren seiner Darstellerinnen und Darsteller, die sehr ausdrucksvoll sprachlos sind, in Bruchstücken und Satzfetzen reden, die fern davon sind, das ganze aufregende Elend pubertärer Verzweiflung auf Begriffe zu bringen. Mit Ausnahme von auf Super-8-Material gefilmten Sequenzen, die mit existenziellen Banalitäten unterlegt sind: Was wäre, wenn mich meine Eltern etwas früher gezeugt hätten. Wäre ich dann ich? Dann der Ausbruch in den Gesang mit seinen in ihrer Dämlichkeit sehr wahren Song-Texten.

Natasha Breier gibt mit ihrer wahnsinnig unruhigen Kamera, die immer nah dran ist, in alles andere als abgeklärter Weise dem Zittern, dem Nichtwissen um das, was mit einem passiert, eine Form. Wenn sich die drei zusammenkuscheln, kuschelt sie mit. Wenn Andrea vor dem Spiegel steht und ihre in nicht zufriedenstellender Weise wachsende Brüste betrachtet, dann ist ihre Betrachtung vollkommen solidarisch. Die Intimität, die sich zwischen Laiendarstellern und Kamera herstellt, hat die schönste Selbstverständlichkeit. In ihrem Zusammenspiel stimmt, wie im ganzen Film, einfach der Ton. Keinem, der jung war, wird dies Patagonien fremd sein. (...)

[Text von Ekkehard Knörer: http://www.filmzentrale.com/rezis/glueek.htm]

LINKS:

Zur Verbindung der beiden Filmemacher Lucrecia Martel und Alexis Dos Santos, ein Artikel der CBC: http://www.cbc.ca/arts/film/buenos_aires.html

Alexis Dos Santos: http://www.myspace.com/lazystranger

Donnerstag, 15. April 2010

LA NIÑA SANTA - Lucrecia Martel

Dienstag 20.04.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Butzmühlen und Cristina Diz Muñoz

LA NIÑA SANTA | Argentinien, Italien, Niederlande, Spanien 2004 | Regie: Lucrecia Martel | Buch: Juan Pablo Domenech, Lucrecia Martel | Kamera: Félix Monti | Montage: Santiago Ricci | Musik: Andres Gerzenson | Produzent: Lita Stantic u.a. | Darsteller: Mercedes Morán, Carlos Belloso, Alejandro Urdapilleta | 106 Minuten | Farbe | Spanisch mit EngUT

LA NIÑA SANTA spielt in einem Kurhotel während eines Ärztekongresses – und schafft eine dichte, dekadente Stimmung. Die Schülerin Amalia, mit einem der frechsten Lächeln der Filmgeschichte gesegnet, ist, verwirrt vom Bibelunterricht, auf der Suche nach ihrer göttlichen Berufung. Die glaubt sie gefunden haben, als einer der Ärzte sich ihr pervers nähert. Gleichzeitig ist ihre Mutter an dem Mann interessiert. Meisterhaft beherrscht Martel ihr Ensemble in unübersichtlichen Gruppenszenen, meisterlich auch vermitteln Kamera und Tonspur das Gefühl des Mittendrinseins. Das erinnert an Robert Altmans „Nashville“ und brachte Martel in den Wettbewerb von Cannes. Heimlicher Hauptdarsteller ist das charmant heruntergekommene Hotel, in dem sich seit 30 Jahren nichts verändert hat.

[Tagesspiegel 9.7.2009, Philipp Lichterbeck]

LINKS:

http://www.laninasanta.com/

http://www.filmzentrale.com/rezis/laninasantamm.htm

http://missingimage.com/book/export/html/40
(Texte von Cristina Nord zu Lucrecia Martel)

Sonntag, 11. April 2010

LA CIÉNAGA - Lucrecia Martel

Dienstag 13.04.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Butzmühlen und Cristina Diz Muñoz

LA CIÉNAGA | Argentinien, Spanien, Frankreich 2000 | Regie: Lucrecia Martel | Buch: Lucrecia Martel | Kamera: Hugo Colace | Montage: Santiago Ricci | Produzent: Lita Stantic u.a. | Darsteller: Martín Adjemián, Diego Baenas, Leonora Balcarce, Silvia Baylé | 102 Minuten | Farbe | Spanisch mit UT

Sechs Erwachsene sitzen in Badekleidung an einem heruntergekommenen Pool mit trübem Wasser. Keiner von ihnen würde hinein steigen in diese Brühe, die Zeiten sind vorbei. Sie tragen lieber dunkle Sonnenbrillen, bewegen sich möglichst wenig und trinken Rotwein. Es ist unerträglich schwül, Vorgewitterstimmung, in der Ferne grollt bereits der Donner. Mecha rutscht mit ihrem vollen Rotweinglas in der Hand auf dem Steinboden aus. Das Glas splittert, sie fällt unglücklich mitten in die Scherben und bleibt liegen. Alle sehen entsetzt auf, doch keiner bewegt sich, reagiert oder hilft ihr. Dann kommen zwei ihrer Töchter aus dem Haus und bringen Mecha ins Krankenhaus. Durch das Glas hat sie sich tiefe Schnittwunden an der Brust zugefügt. Auch der kleine Sohn ihrer Cousine Tali verletzt sich ständig, fast täglich. Überall hat er Blessuren.

La Ciénaga (Der Morast) ist der erste Spielfilm von Lucrecia Martel und erzählt die Geschichte von zwei Frauen (gespielt von Graciela Borges und Mercedes Morán) in den Fünfzigern, die mit ihren Familien ihre Ferien in Salta, Martels Geburtsstadt, verbringen. Der Film, der von Kritikern als elegante Studie über die Dekadenz der argentinischen Mittelklasse bewertet wurde, war 2001 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Berlin vertreten und wurde mit dem Alfred-Bauer-Preis für das beste Erstlingswerk prämiert.

[Nana A.T. Rebhan]

LINKS:

Sonntag, 4. April 2010

BELOVY | SVYATO - Viktor Kossakowski

Dienstag 06.04.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Neuberger


BELOVY (Die Belovs) | Dokumentarfilm, Russland 1992 | Regie: Viktor Kossakowski | Buch: Viktor Kossakowski | Kamera: Viktor Kossakowski, Leonid Konowalow | Schnitt: Viktor Kossakowski |Darsteller: Anna Fyodorovna Belova, Mikhail Fyodorovich Belov, Vasili Fyodorovich Belov, Sergei Fyodorovich Belov | Produktion: Yuri Filimonov, Lendoc Studios | 58 min | Russ.m.UT

Eine Frau tanzt. Sie ist alt, sie ist dick und tanzt ihren Zorn hinweg.
Ihr Bruder liegt betrunken auf dem Fußboden, und ihr Sohn faulenzt im Bett.
Und sie macht die Arbeit.Tag für Tag. Ein Leben lang.
Die nackten Sohlen stampfen zornig auf, die Hand wischt die Tränen fort.
Irgendwo in einem kleinen russischen Bauernhaus tanzt eine Frau.

[Tamara Trampe]




SVYATO | Dokumentarfilm, Russland 2005 | Regie: Viktor Kossakowski | Buch: Viktor Kossakowski, Tatiana Stepanova | Kamera: Viktor Kossakowski, Juryi Shvedov | Schnitt: Viktor Kossakowski | Musik: Alexandr Popov | Produktion: Kossakovsky Film Production | 33 min | Russ.m.UT

Der 2-jährige Svyato entdeckt zum ersten Mal sein Spiegelbild.