Dienstag 11.11.2014
20:30 Uhr
vorgestellt von Sebastian Markt
[Ein filmisches Unikum], das seiner Zeit
so weit voraus war, dass seine Existenz fast schon einer größtmöglichen
Unwahrscheinlichkeit gleichkommt: »Borderline« aus dem Jahre 1930.
Kenneth MacPhersons Stummfilm-Experiment ist einer der ersten Filme, der
»race« und »gender« dekonstruiert und dabei formal durchweg auf
Improvisation aufbaut, deren Konsequenz mit den frühen Filmen von John
Cassavetes und Andy Warhol vergleichbar ist. Für die Hauptrolle in dem
Film über ein schwarzes und ein weißes Ehepaar, die sich ihren sexuellen
Obsessionen hingeben und dabei rassistischen Stereotypen erliegen,
konnte MacPherson niemand Geringeren als den Schauspieler, Musiker und
afroamerikanischen Bürgerrechtler Paul Robeson gewinnen. Die
hervorragenden Liner Notes kontextualisieren den Film des
britisch-jüdischen Regisseurs, der mit den Mitteln der Psychoanalyse und
des Expressionismus einen intellektuellen europäischen Boheme-Film
gedreht hat, welcher zugleich Elemente des amerikanischen Avantgarde-
und Blaxploitation-Films der sechziger Jahre vorwegnimmt.
20:30 Uhr
vorgestellt von Sebastian Markt
GB 1930 63 min., Regie, Buch, Kamera: Kevin Macpherson / Produktion: The Pool Group / Schnitt: The Pool Group / Musik: Courtney Pine (2006) / Besetzung: Paul Robeson, Eslanda Robeson, Gavin Arthur, Helga Doorn (HD), Bryher
Martin Büsser in der Jungle World, 2008






