Freitag, 19. Juni 2009

KRITIK IST ESSENZIELL - Moritz Richard

xx.xx.xxxx | xx.xx | filmclubberlin@gmail.com | worldwideweb
gepostet von Moritz Richard

KRITIK IST ESSENZIELL! HIER! LEXIKAS GIBT ES GENUG!

Eine FILMKRITIK (oder Rezension) ist eine Bewertung eines Filmes unter anderem nach künstlerischen, ästhetischen, technischen, ökonomischen und politischen Gesichtspunkten.

Filmkritiken gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie entwickelten sich aus der Theaterkritik. Anfangs nur in der Fachpresse zu lesen, konnte man mit der Zeit Filmkritiken auch in der Wochen- und Tagespresse sowie in Radio und Fernsehen, schließlich auch auf zahlreichen Online-Medien lesen und hören.

CYCLO - Tran Anh Hung

23.06.09 | 20.15 Uhr
vorgestellt von Heiko Aufdermauer

Cyclo; Xich lo (OF) | Frankreich/Vietnam 1995 | Regie: Tran Anh Hung | Autor: Trung Binh Nguyen, Anh Hung Tran | Besetzung: Le Van Loc, Tony Leung Chiu Wai, Tran Nu Yên Khê, Nhu Quynh Nguyen, Hoang Phuc Nguyen, Ngo Vu Quang Hal | Produzent: Christophe Rossignon | Musik: Tôn-Thât Tiêt | Kamera: Benoît Delhomme, Laurence Tremolet | Montage: Nicole Dedieu, Calude Ronzeau | Sprache: Vietnamesisch | 123min | Color

Der junge Cyclo verdient seinen Lebensunterhalt auf der Strasse als Betreiber eines Fahrradtaxis. Als dieses gestohlen wird, geraet Cyclo unversehens in die Abhaengigkeit der brutalen Saigoner Unterwelt. Seine schoene Schwester verfaellt dem von dunkler Melancholie umgebenen 'Poeten' (dem Schauspieler von CHUNGKING EXPRESS), für den sie schliesslich als Prostituierte zu arbeiten beginnt ...

CYCLO zeigt eine in vollem Umbruch begriffene vietnamesische Gesellschaft, deren Alltag zunehmend von der Unbarmherzigkeit neo-kapitalistischer Regeln bestimmt wird. Tran anh Hung verlaesst die in quasi-dokumentarischen Sequenzen gefilmten, von Chaos und Laerm erfuellten Strassen Saigons jedoch immer wieder und fuehrt uns in eine eigentliche Gegenwelt: die Innenräume der in magischer Pracht leuchtenden verfallenden französischen Kolonialbauten, in denen sich Momente wunderbar sanfter Entspanntheit, aber auch aeusserster Gewalttaetigkeit ereignen.

Für das Raffinement, mit dem CYCLO Innen- und Aussenwelten zueinander in Beziehung setzt sowie für die faszinierende Meisterschaft in der Handhabung von Licht und Farbe erhielt der Film 1995 den Goldenen Loewen des Festivals von Venedig. CYCLO ist der zweite Film von Tran Anh Hung nach DER DUFT DER GRÜNEN PAPAYA.



LINKS
Interview von Jason Wood: http://www.kamera.co.uk/interviews/trananhhung.html
Artikel von Gary W. Tooze http://www.dvdbeaver.com/FILM/tran/tran.html

Montag, 15. Juni 2009

CHARULATA - Satyajit Ray

16.06.09 | 20.15 Uhr
vorgestellt von Florian Baron

Charulata; Die einsame Frau; The Lonely Wife | Indien 1964 | Regie: Satyajit Ray | Drehbuch: Satyajit Ray nach einer Kurzgeschichte von Rabindranath Tagore | Musik: Satyajit Ray | Kamera: Subrata Mitra | Montage: Dulal Dutta | Besetzung: Madhabi Mukherjee, Soumitra Chatterjee, Sailen Mukherjee, Syamal Ghosal, Gitali Roy, Bholanath Koyal, Suku Mukherjee, Dilip Bose| Sprache: Bengalisch | 117min | S/W

CHARULATA ist Rays 12. Langfilm und gleichzeitig der Film seines Werkes, den er selbst am meisten schätzt. In einem Interview mit dem Magazin 'Cineaste' sagte er: "Well, the one film that I would make the same way, if I had to do it again, is Charulata."
Der Film spielt im Kalkutta des späten 19. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte der verheirateten Frau Charulata. Ihr Mann, Bhupati, ist Herausgeber einer politischen Zeitung, das Paar gehört zur intellektuellen Oberschicht Kalkuttas. Da Bhupati wegen seiner Arbeit kaum Zeit für seine Frau hat, bittet er heimlich seinen jüngeren Bruder Amal, sich um Charulata zu kümmern, und ihre literarischen Talente zu fördern. Als Charulata sich in Amal verliebt, bahnt sich langsam ein Ehedrama an. Satyajit Ray inszeniert diese Dreiecksgeschichte meisterhaft genau. Auch vielen Kritikern gilt Charulata als Satyaji Rays bester Film.

LINKS

Montag, 8. Juni 2009

PATHER PANCHALI - Satyajit Ray

09.06.09 | 20.15 Uhr
vorgestellt von Florian Baron

Pather Panchali; Apus Weg ins Leben; Ballade vom Weg; Auf der Strasse | Indien 1955 | Regie/Produktion: Satyajit Ray | Drehbuch: Satyajit Ray nach einem Roman von Bibhuti Bhusan Bandapadhyaya | Musik: Ravi Shankar | Kamera: Subrata Mitra | Montage: Dulal Dutta | Besetzung: Kanu Bannerjee, Karuna Bannerjee, Uma Dasgupta, Subir Bannerjee | Sprache: Begalisch | 130min | S/W

PATHER PANCHALI ist der erste Teil der Apu-Trilogie von Satyajit Ray und gilt als eines der bemerkenswertesten Regiedebüts überhaupt. Der Film erzählt die Geschichte einer armen Brahmin Familie im Indien der 20er Jahre und schildert die Kindheit Apus auf dem Land. Obgleich Apus Geburt das tägliche Dasein bereichert, ist das pure Überleben ein beinahe auswegsloser Kampf für seine Familie. Als Durga, Apus ältere Schwester, schliesslich stirbt, verlässt die Familie in Hoffnung auf eine bessere Zukunft ihr Dorf in Richtung Benares. Ein Klassiker des Indischen Kinos.

LINKS

Montag, 1. Juni 2009

THE PUPPETMASTER - Hou Hsiao-Hsien

02.06.09 | 20.15 Uhr
vorgestellt von Thomas Moritz Helm



The Puppetmaster; Meister des Puppenspiels; Si meng ren sheng; In the Hands of a Puppet Master | Taiwan 1993 | R: Hou Hsiao-Hsien | B: T’ien-wen Chu, Nien-Jen Wu, Tianlu Li (story)| 35mm | 142min | Mandarin/Taiwanese/Japanese with engl. Subtitles

Da er sehr häufig als sein bester Film gepriesen wird, habe ich mich entschieden, als letzten Film THE PUPPETMASTER von Hou Hsiao-Hsien zu zeigen. Ich kenne ihn zwar selbst noch nicht, doch habe ich keinerlei Bedenken, dass es sich wohlmöglich um einen Fehlgriff handeln könnte.

Travis Mackenzie Hoover sagt in seinem Artikel: “...I love this film. It’s the Hou Hsiao-Hsien film I would take to my grave, the one many others would too.“

Der Taiwanese Hou Hsiao-Hsien zählt zu den zentralen Figuren des asiatischen Kinos, ja des Kinos überhaupt. Im Spielfilm THE PUPPETMASTER beweist er seine Stilsicherheit. Ein ganzes Jahrhundert spiegelt Hou Hsiao-Hsien in seinem jüngsten Werk am Leben eines berühmten Taiwanesischen Puppenspielers. Mit einer Stilsicherheit, die ihresgleichen sucht, blendet er zurück aus den Erzählungen des steinalten Mannes, dessen Arbeit stets in mehr oder weniger direktem Bezug stand zur Geschichte. Als Puppenspieler reiste er jahrzehntelang durchs Land, führte seine Stücke auf, in denen sich, sei's inhaltlich, sei's formal, sei's in den Puppenfiguren, die da zum Zug kommen konnten, das aktuelle Geschehen widerspiegelt. (Quelle: http://www.artfilm.ch)

LINKS
Artikel von Travis Mackenzie Hoover: http://www.reverseshot.com/article/puppetmaster