Donnerstag, 23. August 2012

RESTLESS - Gus Van Sant

Dienstag 28.8.2012 
20.30 Uhr
vorgestellt von mehreren 
+ Five Ways to Kill Yourself


RESTLESS | USA 2011 | 91 min | Format: 1,85:1 | Regie: Gus van Sant | Drehbuch: Jason Lew | Kamera: Harris Savides | Schnitt: Elliot Graham | Musik: Bill Abbott | Produktion: Brian Grazer, Bryce Dallas Howard, Ron Howard, Gus Van Sant | Darsteller/innen: Henry Hopper, Mia Wasikowska, Ryo Kase |

Nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten wird außerdem Gus Van Sants Kurzfilm  FIVE WAYS TO KILL YOURSELF gezeigt. Der Tagebuchfilm von 1986 ist einer von über einem Dutzend Kurzfilmarbeiten die Van Sant realisiert hat und gewann 1987 den Kurzfilmteddy.

FIVE WAYS TO KILL YOURSELF im Katalog der Berlinale


RESTLESS

>>Restless […] erzählt eine Liebesgeschichte. Enoch (gespielt von Henry Hopper, dem Sohn von Dennis Hopper) besucht die Beerdigungen von Fremden. Eines Tages begegnet er dabei Annabel (Mia Wasikowska). Beide sind Teenager, doch dem Tod viel näher, als ihre Jugend erwarten ließe. Annabel leidet an einem Gehirntumor, Enoch hat seine Eltern bei einem Autounfall verloren, lag selbst drei Monate im Koma und war, wie er sagt, für einige Minuten klinisch tot.
"Restless" fällt sehr viel konventioneller aus als die Filme, die Gus van Sant in den letzten Jahren gedreht hat. In "Paranoid Park", "Elephant", "Gerry" und "Last Days" ging es zwar um ähnliche Sujets, um junge Menschen, die sich an der Schwelle von Leben und Tod bewegten, doch Ellipsen, Zeitschleifen und Perspektivaufsplitterungen stellten sich dem geradlinigen Erzählen kunstvoll in den Weg. "Restless" dagegen hält sich an die Chronologie und die Konventionen des Dreiakters. Schöne Ideen entwickelt der Film dennoch […]<<

[Christina Nord, Tageszeitung]


>>Der Film ist Dennis Hopper gewidmet, der sich ebenfalls zwischen Mainstream und Independent bewegen konnte und ist mit dessen Sohn Henry Hopper in der Hauptrolle besetzt. Mögliche daraus resultierende, rein formal erkennbare These: Indiewood steht in der Tradition von Hollywoodfilmen wie Rebel without a cause, die zwar Mainstream waren (und dies vor allem heute sind!) aber mit andersartigen Gedanken versehen wurden von Außenseitern Hollywoods. Die Eltern des Protagonisten sind, wie Henry Hoppers Vater, ebenfalls tot. Ist Junior besetzt, weil es seine erste größere Rolle ist und die Dopplung es ihm erleichtern soll zu spielen? Oder wird dadurch und durch die Handlung, dass Beerdigungen von Fremden besucht werden, ebenfalls etwas über die Filmlandschaft ausgesagt, in der sich Restless verorten lässt? Die Vorbilder sind tot, die Filme, die Hollywood machen sollte, werden nicht mehr gemacht. Statt echter Trauer bleiben nur noch Ersatzveranstaltungen. Wer eigentlich trauern sollte, dem bleibt nichts weiter übrig, als diese zu besuchen. Van Sant, der, wenn er in Hollywood dreht, gute, kritische Unterhaltung wie To Die For oder Good Will Hunting machen sollte, oder ehrerbietende Experimente wie Psycho, oder wenn Biopic mit Milk, dann aus seiner Außenseiter-Rolle heraus, kann diese Filme anscheinend nicht mehr machen. Oder konnte es zumindest in diesem Fall nicht. Restless kommt sehr schwerfällig daher, mit dem Zwang zu Originalität. Nette Ideen wie der japanische Geist eines Kamikaze-Fliegers aus dem zweiten Weltkrieg, der nicht für alle sichtbar ist, werden ganz in den Dienst einer platten Figurenpsychologie, noch unlustigeren „süßen“ Witzen und einer endgültig enttäuschenden Moral geopfert, die von vorne bis hinten absehbar ist. Aber dennoch: Van Sant bewegt sich weiter auf den üblichen Feldern des Außenseitertums und des Todes mitsamt seiner Symboliken. Nur dass ihm diesmal seine Figuren spürbar nicht am Herzen liegen. Ebenso scheint es mit dem Film zu sein. Restless ist für sich genommen ein schlechter Film. Er fügt sich damit nahtlos in das unangenehme, nicht immer erfreuliche, nur für die, die bereit sind Unbefriediegendes befriedigend zu rezipieren, befriedigende Ouevre Van Sants ein. Für “wahre” Außenseiter dürften so einige Filme Hollywoods über Außenseiter zutiefst nerv tötend sein. Gus Van Sant tut gut daran und hat ein Anrecht darauf, zu zeigen, wie tot Indiewood ist. Restless mag nicht dessen Beerdigung gewesen sein, aber ein deutlich ausgestellter Totenschein.<<

[Leander Ripchinski, Negativ]

>>Van Sants 14. Kinofilm ließe sich schließlich als Versöhnung zwischen seinen beiden Filmwelten verstehen, als kleine, charmante und widerborstig-tragische Lovestory, von Hollywood produziert (Ron Howard! Brian Grazer!), doch mit genügend Abseitigkeit ausgestattet, die dem Mainstream schwer im Magen liegt. Gänzlich unprätentiös und stets die leisen Töne anschlagend spielt Van Sant mit der Routine eines Meisters auf der Klaviatur der Gefühle, die hier leicht rührselig und tränenziehend hätten ausfallen können, und trifft durchgehend die rechte Balance und die unglaublich schwer zu erreichende Leichtigkeit und Durchlässigkeit, die der Erzählung Raum zum Atmen geben, und die bittersüße, wenn auch nicht neue Erkenntnis, daß nicht unbedingt die Länge des Lebens, sondern vielmehr die Intensität entscheidend ist.<<

[Carsten Happe, Schnitt]

Donnerstag, 16. August 2012

GERRY - Gus Van Sant


Dienstag 21.8.2012 
20.30 Uhr
vorgestellt von vielen



GERRY | USA 2002 | 98 Minuten | Format: 2,35:1 | Regie: Gus van Sant | Drehbuch: Casey Affleck, Matt Damon, Gus Van Sant | Kamera: Harris Savides | Schnitt: Gus van Sant, Casey Affleck, Matt Damon | Musik: Arvo Pärt | Produktion: Dany Wolf 

Zwei junge Männer - beide heißen Gerry - fahren in die Wüste. Sie steigen aus, ziehen los, überlegen es sich bald anders und wollen zurückkehren, zum Wagen. Langsam verlieren sie jedoch die Orientierung. Ihr Weg führt immer tiefer in die mehr und mehr abstrakte, ortlos gewordene Wüste. Aus dem Spaziergang wird ein Kampf ums Überleben.


“GERRY isn't much of anything, and doesn't claim to be. It's a movie stripped of its movieness.” (Jack Mathews, New York Daily News)


“GERRY was the type of movie that I was always making or thinking about making.” (Gus Van Sant)


„Der Himmel, die Wolken, die die Kamera beobachtet als Schönheiten. Überhaupt die Schönheit des Films. In welches Verhältnis setzt sie der Film zu Leid und Tod? Woran halten, wenn man Bedeutung sucht? Sind nicht alle Flächen zu glatt: Die minimal Ton-Scape von Arvo Pärt ebenso wie die Wolken im Zeitraffer? Etüden des Ungreifbaren ebenso wie des Unbegrifflichen. Entleerung, Entwirklichung und im Gegenzug wieder Aufladung. Aber weder mit Physik (Stofflichkeit, Materialität) noch mit Metaphysik (Sinn, Tiefe), sondern mit einer Hochglanzoberfläche, die attraktiv ist und zugleich abweisend.
Man möchte seinen Verstand und seine Sinne an diese Oberfläche legen und gewiss wäre diese Oberfläche in der Hitze und Sonne des Death Valley angenehm kühl. Man dreht den Kopf zur Seite, legt die Backe an diese kühle, glatte Oberfläche und der Blick geht geradeaus ins Leere. Mit Mühe nur sind, verdreht man die Augen in dieser Haltung, zwei Gerrys zu ahnen, die schlafwandelnd, todwandelnd, filmwandelnd durch eine Zone sich bewegen, lange Minuten. Man stellt sich diese Oberfläche als kühl vor, obwohl sie illuminiert ist wie die zu leeren Geheimnissen erstarrten Fotografien Jeff Walls.
 Vielleicht ist GERRY ein Film von Jeff Wall. Und verweigert sich, in seinem nach Außen gekehrten Innersten, der Leinwand. Ein Realismus, der in sein Gegenteil umschlägt. Entwirklichung, Entstofflichung, Entleerung. Zugleich aber keine Frage von Resten. Ein Umschlag in etwas anderes, dem Kino Fremdes, der Auftritt von Gespenstern, die künstlicher und wirklicher sind als alle material ghosts des Films.“ 

[Ekkehard Knörer, Jump Cut]


Slant: First off, great film!
Gus Van Sant: Oh, thanks!
Slant: I hope you've been hearing that a lot.
GVS: When did you see it?
Slant: About a month ago. I was a little worried because of all the walkouts I'd heard about.
GVS: Were there a lot of walkabouts at the screening you were at?
Slant: There were around 15 people there and I think there were three walkouts.
GVS: That's not too bad.
Slant: But it's a critic's screening! You expect more from them, especially if they're there to review it.
GVS: Yeah.

(...)

Slant: How collaborative was the project from the beginning?
GVS: We started thinking about it when Casey and I were next-door neighbors and Matt had just moved to New York to redo an apartment. They started joking about how they'd play these characters; we started off with two characters that resembled Beavis and Butthead and ended up with people that resembled Casey and Matt themselves. We constructed an outline and I was really interested in how that outline evolved. Casey and Matt were alone a lot of the time, developing scenes like the rock scene. And then we reunited in Argentina five days before the shoot. It was in those five days we came up with the script.
Slant: It was a short shoot, correct?
GVS: Twenty-four days.

[Slant Magazine: Gerrymandering]




Mittwoch, 8. August 2012

LAST DAYS - Gus Van Sant


Dienstag 14.8.2012 
20.30 Uhr
vorgestellt von Jan K.



LAST DAYS  |  USA 2005  |  97 Minuten  |  35mm   |   1:1.37  |  Regie, Drehbuch, Schnitt   Gus Van Sant  |   Kamera   Harris Savides  |  Produktion    Dany Wolf  |   Musik   Rodrigo Lopresti   |  mit   Michael Pitt, Lukas Haas, Asia Argento, Scott Patrick Green, Nicole Vicius, Ricky Jay, Ryan Orion
 


Synopsis: Der introvertierte Rockmusiker Blake (Michael Pitt) schlafwandelt durch die letzten Tage seines Lebens. Immer wieder zieht es ihn aus seinem großen, massiven Steinhaus in die Natur. Er flüchtet vor dem immensen Druck, der von seinem Manager, seinen Freunden, eigentlich von jedem auf ihn ausgeübt wird.

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Der junge Mann, der zu Beginn durch den Wald irrt, in einem kalten Fluss badet, am Lagerfeuer übernachtet und schließlich bei einem geräumigen alten Haus ankommt, heißt Blake. Er sieht Kurt Cobain ähnlich, schon der blonden Haare wegen. Aber es geht in „Last Days“ nicht um die Wahrheit über den Tod des Grunge-Idols (dazu gibt es die Berichte der Polizei und die Verschwörungstheorien der Fans), sondern um eine Wahrheit im Inneren der Rock-'n'-Roll-Klischees.

(…)

Ein Drehbuch im herkömmlichen Sinn lag nicht vor, als „Last Days“ in den herbstlichen Wäldern um Garrison im Bundesstaat New York gedreht wurde. Stattdessen konnten die Schauspieler ihre Ideen einbringen. Ein Vertreter, der Anzeigen für die Gelben Seiten verkauft, bekam kurzerhand eine Szene. Zwei Mormonen dürfen ihre religiösen Botschaft darlegen, ohne dabei lächerlich zu wirken.

Scheinbar mühelos erzielte Gus Van Sant in seinen letzten drei Filmen, die jeweils von Jugendkultur und Tod handelten, immer wieder Momente größter Luzidität. In „Gerry“ (2002) verloren zwei junge Männer in den Salzwüsten von Nevada die Orientierung, am Ende fand nur einer in die Zivilisation zurück. In „Elephant“ (2003) versuchte Van Sant, das Schulmassaker, das sich 1999 in Littleton, Colorado, ereignet hatte, aus der Perspektive von Opfern wie Tätern nachzuempfinden. Schon damals entwickelte er eine eigenartige Mischform, die zugleich historisch korrekt und poetisch frei erschien. Die amerikanische Kritikerin Amy Taubin hat die Filme von Gus Van Sant als „homöopathisch“ bezeichnet - sie verabreichen ein Gift in heilsamer Dosis. Man könnte auch sagen: Sie erzählen auf friedliche Weise von Gewalt.

Bert Rebhandl, FAZ


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"Last Days" ist vermutlich das Maximum an erreichbarer Kino-Langeweile. Wer einen Beweis für die Relativität des Zeitempfindens braucht, bekommt ihn: Noch nie schienen 96 Minuten so endlos lang.

abendblatt.de


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Sehr deutlich und bewußt setzt der Regisseur dabei auf Anti-Psychologisierung. Er glaubt nicht daran, dass sich alle Handlungen erklären, aus Gründen oder Vorgeschichten ableiten lassen. Genau darum schildern seine Filme Zustände. Van Sant stellt sich und uns die Frage, wie sich Atmosphären, in denen der Tod schon präsent ist, wie sich Atmosphären überhaupt erzählen lassen.

Rüdiger Suchsland, artechock film


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Ist dies ein Film über einen Jugendlichen, der sich nicht mehr zurechtfindet, oder macht er einen Abstecher ins Abenteuer, „a walk on the wild side“, wie in dem berühmten Song von Lou Reed?

In meinen Augen geht es um einen, der nach Hause zurückkehrt, weil er einen Ort sucht, an dem er allein sein kann. Aber dort, wohin er zurückkehrt, sind andere Menschen; es wird nichts mit dem Alleinsein. Um wegzukommen, geht er zu dem anderen Häuschen. Er bemüht sich, Menschen aus dem Weg zu gehen, aber es gelingt ihm nicht, allein zu sein. Allerdings gehört das Haus ihm, er lässt sich also nicht wirklich auf ein Abenteuer ein. Er kehrt einfach nur nach Hause zurück.


Ist das gleichbedeutend mit seinem Ende?
Ja. Er sucht ein Zuhause, aber das ist nicht leicht zu finden.


Gilt das für jeden?

Es gilt für viele Menschen.
 

Auch für Sie?

Ich glaube schon.

Interview mit Gus van Sant auf arte.tv


Sonntag, 5. August 2012

MALA NOCHE - Gus Van Sant

Dienstag 07.08.2012
20.30 Uhr  
vorgestellt von Jan Künemund





MALA NOCHE  

US 1985 | 78 Minuten | s/w
Regie, Buch, Produktion, Montage: Gus Van Sant | Buchvorlage: Walt Curtis | Kamera: Eric Alan Edwards |Musik: Creighton Lindsay, Karen Kitchen | Ausführender Produzent: Nick Wechsler

Best Experimental/Independent Film - 1986 Los Angeles Film Critics Association

„MALA NOCHE erzählt vom Clash zweier Welten aus der Perspektive einiger Wochen im Leben des jungen Walt, der in einem heruntergekommenen Stadtviertel von Portland einen Getränkeshop betreibt: In den ersten Momenten des Films hat man gesehen, wie zwei Latino-Jünglinge als blinde Passagiere eines Güterzugs nach Portland gekommen sind, jetzt lernt man sie mit den Augen des blonden US-Jünglings kennen: Sie heißen Juancito (bald nur noch Johnny genannt) und Roberto (Pepper) und kamen illegal aus Mexiko, um hier ihr Glück zu machen. Beide schlagen sich so durch, immer auf der Hut vor der Einwandererpolizei und immer auf der Suche nach ein paar schnell verdienten Dollars. Hier lernt man auch schnell, dass das engelshaft-unschuldige Antlitz Walts auch den Blick ein wenig trübt: Er ist einerseits fürsorglich um die beiden bemüht, lädt sie zum Essen ein, bietet Unterkunft und Hilfe bei Krankheiten, andererseits ist seine Motivation keineswegs uneigennützig, sondern offen in sexuellem Interesse begründet.“
(Rüdiger Suchsland, Arte Choc)

„Van Sant, der die 25000 Dollar für den Schwarz-Weiß-Film selbst aufgebracht hat, inszeniert dieses ‚Little Mexico‘ als einen verwunschenen Kosmos der unrettbar Einsamen. Als eine Welt, in der nicht nur illegale Migranten, sondern auch alle legalen Nordamerikaner verloren durch das eigene Leben driften. Obdachlose, Kriegsveteranen, Verrückte, Säufer, Kranke, das Panoptikum eines Landes, das sein einst so euphorisches Glücksversprechen schon lange nicht mehr für jeden Einwanderer wahr machen kann. Es ist schon erstaunlich, mit welcher stilistischen und erzählerischen Sicherheit sich Van Sant durch dieses Terrain der jugendlichen Außenseiter bewegt, dem mit dem ersten Bild und fortan für die noch folgenden Filme seine ganze Sympathie gehören wird.“
(Birgit Glombitza, Die Zeit)

GVS: In Mala Noche, I did do most everything. But I did it in a certain way, for instance finding a location that already has a lot of stuff in it. That already is the thing you want, so the art direction is already done. And then the casting, I did it with just a couple of friends. It was very hands-on. The lighting I did myself. (…) I adapted a diary by a poet named Walt Curtis, who made a very vivid faux diary of this story. That was a huge source, so I was adapting his written word.”
 Was it a film that you'd been nurturing and obsessing about for a long time, or did you have a million different projects on the go and this one just happened to be the one that got going?
GVS: No, this was something that I'd worked on for a few years, just raising the money or more saving the money. Raising the money consisted of me indenturing myself. But also, I was working on the script for a couple of years while I was working in New York ad agency. Then I went to Portland, Oregon, to shoot it.
I was reading a review of it today and it said that the film is like looking through a peephole, because it was such an authentic portrait of this time and place. Was this a world that you knew, or something that you were able to interpret from the Curtis book you were talking about?
GVS: It wasn't a world that I knew. I kind of knew some things. Portland's very small, and the old town area was a place that I'd been many times, but it wasn't a world that I particularly knew – the world of migrant workers that were in Portland. In the summers, they would stay in the old hotels and they'd work out in the fields. This was in 1975. Buses would come in and take workers out into the fields, and they'd send the money home to Mexico. Some of them would, instead of going home for the winter, they'd try to brave it. But there was no work in the winter and the younger guys, like the ones in the film, got into trouble because there was nothing to do and they were bored and they'd wander around the city without any work, just waiting for spring, so they could work. That wasn't a world that I knew, but it was one that Walt Curtis knew, because he worked in a grocery store on a street in the old town, next to some of those hotels.
(Interview mit Gus Van Sant von Briony Hansen, The Guardian)

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=jjzmk4kPkqo