Dienstag 4.12.2012
20.30 Uhr
vorgestellt von Jan K.
O FANTASMA | Portugal 2000 | 87 min, 35mm color, 1.66:1 | directed by João Pedro Rodrigues | written by João Pedro Rodrigues José Neves Alexandre Melo | produced by Amândio Coroado | starring Ricardo Meneses | Cinematography Rui Poças | Editing by Paulo Rebelo João Pedro Rodrigues
Inhalt
Sergio (Ricardo Meneses) works the night shift as a trash collector in Lisbon. He is uninterested in his pretty female co-worker Fatima, who displays an avid interest in him, so instead Sergio roams the city. Eventually Sergio becomes fascinated with a sleek motorcycle and its arrogant owner - a young man totally indifferent to Sergio. Sergio's surfacing desires unleash his darkest impulses, sending him down a dangerous path of violence, depravity, and degradation.
The film premiered at the 2000 Venice International Film Festival. It won the prize for best feature film in the New York Lesbian & Gay Film Festival and the Entrevues Film Festival. Ricardo Meneses was nominated for the 2001 Portuguese Golden Globe award for best leading actor.
Trailer
Pressestimmen
Rodriguez' Film fängt da an, wo alle Zivilisationskritik aufhört oder schamesrot verstummen würde. Sein Held ist ein Müllmann in Lissabon, dieser prachvollen Stadt, die nach Mitternacht allerding auch nicht viel anders aussieht als Brooklyn. Der Müll, die Stadt und der Sex - das bedeutet für Sérgio, den jungen Streuner mit knackigem Hintern und Waschbrettbauch, die unablässige Befriedigung seiner polymorph-perversen Gelüste. Was die anderen wegwerfen, wird für ihn zur Schatzkammer der Sekrete und Gerüche. Ständig sieht man ihn in diesem ausschließlich in der Dunkelheit spielenden Film an irgendetwas schnüffeln, alte Lumpen kneten oder auch mal die Duschkabine eines öffentlichen Schwimmbades ablecken. Ob nun das schwarze Kunstleder eines Motorradsitzes, die Unterhose der Nachbarin oder der eigene Hund, für Sérgio ist potenziell alles Fetisch. Und die Stadt gehorcht willig den Phantasmen ihres animalischen Helden, bis hin zu Polizisten, die ihn beim Spannen ertappen, dann aber gleich lüstern mit dem Schlagstock zustoßen. Überhaupt wird in "O Fantasma" hinter jeder Tür gerubbelt, gerammelt, masturbiert und gefummelt. Wenn dann auch noch Latexsex ins Spiel kommt, erleben wir auf der Leinwand endgültig die Apotheose eines sexualisierten Nosferatu.
Der kleine schräge Portugiese im Wettbewerb wurde auf dem Lido zwar mit einigen Igittigitts bedacht, aber welcher andere Film hat schon ein solches Schlussbild zu bieten: eine spinnenartige Gestalt im Gummianzug, die in der Morgendämmerung auf allen Vieren durch die Müllsümpfe am Stadtrand von Lissabon kriecht - fehlen eigentlich nur noch die postapokalyptischen Klangteppiche von Gustav Mahler. Zwar befindet sich "O Fantasma" jenseits aller Chancen auf einen Preis, die Vorstellung, dass sich ein Regisseur seinen Goldenen Löwen im schwarzen Latexanzug abholt, hätte allerdings was für sich.
(Katja Nicodemus, taz )
Nicht um einen Hund, der Mensch, sondern um einen Menschen, der Hund wird, geht es jedoch in "O Fantasma". Der Film hat keinen Plot. Er hat ein Gesetz, und das ist sehr einfach: Wo Ich ist, muss Es werden, und zwar restlos. Zu sehen sind Passanten, Passionen, Passagen der Nacht - doggie style. Ob Utopie oder Dystopie eines triebgesteuerten Lebens, ist kaum zu sagen. Sérgio, der Müllmann, entdeckt das Leben als Hund und bespringt schamlos die Welt. Er wühlt im Abfall, sucht, schnüffelt, findet und genießt, wortlos fast, abgetragene Lust. Die gebrauchte Badehose, die Motorradhandschuhe, den Latexanzug. Das Hexeneinmaleins der Instantanfetischisierungen: Alles meins, aus Müll mach Lust, bell mir die Hunde-Konjugation: Ich besorg es dir, du besorgst es mir, wir besorgen es uns.
(Ekkehard Knoerer, taz )
Einen wirklichen Reim kann man sich auf diesen Film nicht machen. Zwar gibt es ein paar explizite Sexualszenen, doch als voyeuristische Schwulenpornografie taugt "O Fantasma" wohl auch nicht. Oder wollte Regisseur Rodrigues ausdrücken, dass Schwule sich wie der Müll der Gesellschaft fühlen?
(abendblatt.de)
"There's this gay garbageman who roams the city at night in a black rubber catsuit and searches out dangerous anonymous sexual encounters. Would you care to invest?"
(rotten tomatoes)
The film premiered at the 2000 Venice International Film Festival. It won the prize for best feature film in the New York Lesbian & Gay Film Festival and the Entrevues Film Festival. Ricardo Meneses was nominated for the 2001 Portuguese Golden Globe award for best leading actor.
Trailer
Pressestimmen
Rodriguez' Film fängt da an, wo alle Zivilisationskritik aufhört oder schamesrot verstummen würde. Sein Held ist ein Müllmann in Lissabon, dieser prachvollen Stadt, die nach Mitternacht allerding auch nicht viel anders aussieht als Brooklyn. Der Müll, die Stadt und der Sex - das bedeutet für Sérgio, den jungen Streuner mit knackigem Hintern und Waschbrettbauch, die unablässige Befriedigung seiner polymorph-perversen Gelüste. Was die anderen wegwerfen, wird für ihn zur Schatzkammer der Sekrete und Gerüche. Ständig sieht man ihn in diesem ausschließlich in der Dunkelheit spielenden Film an irgendetwas schnüffeln, alte Lumpen kneten oder auch mal die Duschkabine eines öffentlichen Schwimmbades ablecken. Ob nun das schwarze Kunstleder eines Motorradsitzes, die Unterhose der Nachbarin oder der eigene Hund, für Sérgio ist potenziell alles Fetisch. Und die Stadt gehorcht willig den Phantasmen ihres animalischen Helden, bis hin zu Polizisten, die ihn beim Spannen ertappen, dann aber gleich lüstern mit dem Schlagstock zustoßen. Überhaupt wird in "O Fantasma" hinter jeder Tür gerubbelt, gerammelt, masturbiert und gefummelt. Wenn dann auch noch Latexsex ins Spiel kommt, erleben wir auf der Leinwand endgültig die Apotheose eines sexualisierten Nosferatu.
Der kleine schräge Portugiese im Wettbewerb wurde auf dem Lido zwar mit einigen Igittigitts bedacht, aber welcher andere Film hat schon ein solches Schlussbild zu bieten: eine spinnenartige Gestalt im Gummianzug, die in der Morgendämmerung auf allen Vieren durch die Müllsümpfe am Stadtrand von Lissabon kriecht - fehlen eigentlich nur noch die postapokalyptischen Klangteppiche von Gustav Mahler. Zwar befindet sich "O Fantasma" jenseits aller Chancen auf einen Preis, die Vorstellung, dass sich ein Regisseur seinen Goldenen Löwen im schwarzen Latexanzug abholt, hätte allerdings was für sich.
(Katja Nicodemus, taz )
Nicht um einen Hund, der Mensch, sondern um einen Menschen, der Hund wird, geht es jedoch in "O Fantasma". Der Film hat keinen Plot. Er hat ein Gesetz, und das ist sehr einfach: Wo Ich ist, muss Es werden, und zwar restlos. Zu sehen sind Passanten, Passionen, Passagen der Nacht - doggie style. Ob Utopie oder Dystopie eines triebgesteuerten Lebens, ist kaum zu sagen. Sérgio, der Müllmann, entdeckt das Leben als Hund und bespringt schamlos die Welt. Er wühlt im Abfall, sucht, schnüffelt, findet und genießt, wortlos fast, abgetragene Lust. Die gebrauchte Badehose, die Motorradhandschuhe, den Latexanzug. Das Hexeneinmaleins der Instantanfetischisierungen: Alles meins, aus Müll mach Lust, bell mir die Hunde-Konjugation: Ich besorg es dir, du besorgst es mir, wir besorgen es uns.
(Ekkehard Knoerer, taz )
Einen wirklichen Reim kann man sich auf diesen Film nicht machen. Zwar gibt es ein paar explizite Sexualszenen, doch als voyeuristische Schwulenpornografie taugt "O Fantasma" wohl auch nicht. Oder wollte Regisseur Rodrigues ausdrücken, dass Schwule sich wie der Müll der Gesellschaft fühlen?
(abendblatt.de)
"There's this gay garbageman who roams the city at night in a black rubber catsuit and searches out dangerous anonymous sexual encounters. Would you care to invest?"
(rotten tomatoes)



