Montag, 31. Mai 2010

MEIN STERN - Valeska Grisebach

Dienstag 01.06.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Zierock

MEIN STERN | Deutschland, Österreich 2001 | Regie: Valeska Grisebach | Buch: Valeska Grisebach | Kamera: Bernhard Keller | Montage: Anja Salomonowitz | Produktion: Filmakademie Wien, HFF „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg, Valeska Grisebach in Zusammenarbeit mit ZDF/3sat | Darsteller: Nicole Gläser, Christopher Schöps, Monique Gläser, Jeanine Gläser | 65 Minuten | Farbe | Deutsch

MEIN STERN erzählt von zwei Teenagern, Nicole und Christopher, genannt Schöps, die tun, was viele mit 15 tun: rumhängen. Praktikum machen. Fahrradfahren. Die Liebe ist erstmal nichts als eine Frage und das, was sich fast beiläufig daraus ergibt. "Würdest du mit mir gehen?" "Warum nicht." Anbandeln, Fremdgehen, Schlussmachen, Neubeginn. (...)
Neben Nicole und Schöps sehen die "authentischen" Helden anderer Jugendfilme aus wie geklonte Models. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Dokumentarfilm: Valeska Grisebach hat zwar gründlich recherchiert. Dann aber gab es Drehbuch, Castings und Proben. Nicole und Christopher heißen zwar auch in Wirklichkeit so und waren sogar mal ein Paar. Doch hier sind sie Schauspieler. Im Durchagieren der Situationen hätten sie einiges über sich selbst erfahren, berichteten die beiden bei der Berlinale-Premiere: Film als Schärfefolie zum Erfahrungsgewinn. Und das Leben als Rollenspiel. Denn der scheinbare Naturalismus verflüchtigt sich zusehends. (...)
[Text von Silvia Hallensleben, in voller Länge auf: http://www.filmzentrale.com/rezis/meinsternsha.htm]

LINKS:

Interview mit Valeska Grisebach zu MEIN STERN (Englisch): http://archive.sensesofcinema.com/contents/02/21/mein_stern.html

Presseheft zu MEIN STERN (weiteres Interview): http://www.peripherfilm.de/meinstern/presseheft.pdf

Rezension auf schnitt.de: http://www.schnitt.de/202,2133,01

Artikel im Tagesspiegel über Valeska Grisebach: http://www.tagesspiegel.de/kultur/das-leben-riecht-so-gut/281124.html

Freitag, 21. Mai 2010

EMAILADRESSEN

Um die Kommunikation zu verbessern, wollen wir den Emailverteiler erneuern. Alle Filmclubmitglieder und Interessenten mögen deshalb bitte eine Email an filmclubberlin@googlemail.com senden. Grazie!

Donnerstag, 20. Mai 2010

EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE - Marco Wilms
In Anwesenheit des Regisseurs

Dienstag 25.05.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Marco Wilms

EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE - COMRADE COUTURE Dokumentarfilm, Deutschland 2009 | Regie: Marco Wilms | Kamera: Lars Barthel, István Imre, Jörg Jeshel | Montage: Christian Fibikar, Robert Handrick, Jan Heidebreck, Dirk Seliger | Produzenten: Marlen Burghardt, Carmen Cobos, Gunnar Dedio, Marco Voß, Marco Wilms | Musik: Moritz Denis, Eike Hosenfeld | Darsteller: Klaus Ehrlich, Frank Schäfer, Sabine von Oettingen | 84 Minuten | Farbe | Deutsch

EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE - COMRADE COUTURE ist eine Reise in die wilde Parallelwelt der Mode- und Überlebenskünstler Ostberlins. Es war eine Phantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags. Hier konnte man aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein. Wichtigstes Erkennungsmerkmal der Szene war der persönliche Style, denn den konnte man zu DDR-Zeiten nicht kaufen. Man musste sich in der Parallelwelt sein individuelles Image selber basteln. Der Film erzählt von den Sehnsüchten, Leidenschaften und Träumen, die im Schatten der Mauer erprobt, gelebt und inszeniert wurden.

Der Regisseur Marco Wilms, damals selbst Model beim Modeinstitut der DDR, zieht los, um dieses einzigartige Lebensgefühl von ökonomischer Unbeschwertheit und radikalem Anderssein Wollen im Hier und Jetzt wieder entstehen zu lassen. Er sucht die Helden seiner Ostberliner Jugend auf: die Designerin Sabine von Oettingen, den Fotografen Robert Paris und den Stylisten und Friseur Frank Schäfer und erkundet mit ihnen ihr schillerndes Parallelwelt-Leben. Nach zwei Jahrzehnten treffen die Mitglieder und Freunde der legendären Ostberliner Avantgarde-Modetheater »Chic Charmant und Dauerhaft« und »Allerleirauh« wieder zusammen.
[Text aus: http://www.24-bilder.de/flash/PH_TraumInErdbeerfolie.pdf]

LINKS:

Artikel in Die Zeit: http://www.zeit.de/online/2009/17/ost-mode-film


Filmografie Marco Wilms (geb. 1966 in Ostberlin):

Durch die Nacht mit... (1 Folge, 2010)
- Christopher Doyle und Nonzee Nimibutr (2010) TV Folge
Ein Traum in Erdbeerfolie (2009)
Lichtkunst (2008) TV-Serie
Tailor Made Dreams - Maßgeschneiderte Träume (2006) (TV)
Mittendrin (2003) (TV)

Donnerstag, 13. Mai 2010

TREFFEN IM TRÖDLER

Am Donnerstag, den 20.05. um 20:30 Uhr treffen wir uns im Trödler (Dresdner 123, 10999 Berlin), um über Wünsche und Anregungen zur Zukunft des Clubs zu sprechen und die Leitung eventuell neu zu sortieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

THE LAST MOVIE – Dennis Hopper

Dienstag 18.05.2010
20.30 Uhr
vorgeschlagen von Sabine Herpich

THE LAST MOVIE | USA 1971 | Regie: Dennis Hopper | Buch: Dennis Hopper, Stewart Stern | Kamera: László Kovács | Montage: Dennis Hopper, David Berlatsky, Antranig Makakian | Produzenten: Paul Lewis, Bob Rafelson, Michael Gruskoff | Musik: Severn Darden, Chabuca Granda, Kris Kristofferson | Darsteller: Dennis Hopper, Stella Garcia, Julie Adams, Sylvia Miles, Peter Fonda | 103 Minuten | Farbe | Englis

Die Dreharbeiten zu einem Hollywoodwestern bringen den Alltag in einem kleinen peruanischen Dorf nachhaltig durcheinander. Mit Verwunderung sehen die Eingeborenen dem merkwürdigen und ausgelassenen Treiben des Filmteams vor und hinter der Kamera zu. Nach einer wilden Abschiedsparty verlassen die Filmleute den Drehort, die Dorfbewohner kehren zu ihrem früheren, von Not und Armut geprägten Leben zurück. Lediglich den Stuntman Kansas hält es wegen seiner peruanischen Freundin Maria in der Gegend. Er träumt von einem Neubeginn in diesem noch weithin unberührten Landstrich, hofft auf die Ankunft anderer Filmteams und entwirft in seinem Kopf Hotelkomplexe und andere Touristenattraktionen. Währenddessen inszenieren die Dorfbewohner ihren eigenen "Film", in dem sie Kansas auch eine Rolle zugedacht haben.
[Text aus: http://www.film-lexikon.de/The_Last_Movie]

LINKS:

Kritik in der Filmzentrale: http://www.filmzentrale.com/rezis/lastmoviebl.htm

Donnerstag, 6. Mai 2010

THE HOLY MOUNTAIN - Alejandro Jodorowsky

Dienstag 11.05.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von James Bews

THE HOLY MOUNTAIN | Mexiko, USA 1973 | Regie: Alejandro Jodorowsky | Buch: Alejandro Jodorowsky | Kamera: Rafael Corkidi | Montage: Federico Landeros | Produzenten: Mick Gochanour, Alejandro Jodorowsky, Robin Klein, Roberto Viskin | Musik: Don Cherry, Ronald Frangipane, Alejandro Jodorowsky | Darsteller: Alejandro Jodorowsky, Horacio Salinas, Zamira Saunders, Juan Ferrara, Adriana Page | 114 Minuten | Farbe | Englisch, Spanisch mit UT

In a sense Alejandro Jodorowsky's first three feature films - Fando y Lis (1968), El Topo (1970) and The Holy Mountain (1973) – all tell essentially the same story: a man goes on a metaphysical quest for self-knowledge and divine enlightenment through an imperfect world of symbols, delusions and perversions. Yet despite their shared DNA, each cinematic mutation was to prove more monstrously complex than its predecessor, and though El Topo is probably the best known of the three – not least because it was the first film to be embraced by the emerging 'midnight movie' circuit – THE HOLY MOUNTAIN represents, in keeping with its title, the very pinnacle of Jodorowsky's early filmmaking career.
All-encompassing in its themes, and overwhelming in its stylised aesthetics, it is certainly one of the most eye-goggling, awe-inspiring and unapologetically pretentious movies of the last century. (...)

What do the Tarot, the Kaballah, Alchemy, mysticism, Gnosticism, Shamanism, Christianity, Judaism, Buddhism, Freemasonry, poetry, economics, idealism, cynicism, political satire, poetry, social commentary, philosophy, theology, history, futurism, surrealism and realism all have in common? Well, not much; but THE HOLY MOUNTAIN mixes them all up in a heady blend that is as coherent, or incoherent, as an encyclopaedia of human knowledge, in an absurdly ambitious attempt to expand the viewer's mind and show life in all its dizzying complexity. Like some mad physicist out to find the Unifying Theory of Everything, Jodorowsky leads a carnivalesque parade where clashing movements and conflicting ideologies are all allowed to dance together to the throbbing of his overstimulated brain.

[Text von Anton Bitel: http://www.eyeforfilm.co.uk/reviews.php?id=5884]

LINKS:

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Montana_Sacra_%E2%80%93_Der_heilige_Berg

Montag, 3. Mai 2010

XXY - Lucía Puenzo

Dienstag 04.05.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von Diemo Kemmesies

XXY | Argentinien, Frankreich, Spanien 2007 | Regie: Lucía Puenzo | Buch: Sergio Bizzio, Lucía Puenzo | Kamera: Natasha Braier | Montage: Hugo Primero, Alex Zito | Produzenten: José María Morales, Carla Pelligra, Luis Puenzo, Fernando Sirianni, Fabienne Vonier | Musik: Andrés Goldstein, Daniel Tarrab | Darsteller: Ricardo Darín, Valeria Bertuccelli, Germán Palacios, Carolina Pelleritti, Martín Piroyansky, Inés Efron, Guillermo Angelelli, César Troncoso, Jean Pierre Reguerraz, Ailín Salas, Luciano Nóbile, Lucas Escariz | 86 Minuten | Farbe | Spanisch mit UT

Alex (Ines Efron) ist fünfzehn und sie ist ein Hermaphrodit, ein Mädchen mit Brüsten und einem Penis. Man hat sie nicht, wie es in solchen Fällen lange Zeit üblich war und oft schlimme Folgen zeitigte, nach der Geburt operiert. Ihre Eltern haben ihr die schreckliche Freiheit gelassen, anders zu sein als die anderen, und XXY, das Debüt der Regisseurin Lucía Puenzo, erzählt von beidem: der Freiheit und dem Schrecken. Es geht Puenzo dabei nicht – wie etwa Jeffrey Eugenides' Erfolgsroman "Middlesex" – um Gender-Diskurse, nicht um Thesen zum Umgang mit Intersexuellen. Und nur im besten Sinne ist XXY ein Problemfilm, weil es ihm nämlich gelingt, das "Problem" so zu indivualisieren, dass man sich mehr für das Individuum interessiert und seine Art und Weise, das Problem zu konfrontieren. (...)

Lucía Penzo, deren Drehbuch nicht die stärkste Seite des Films ist, (...) hat, wie um für Balance zu sorgen, eine Vergewaltigungsszene eingefügt und eine Konfronation Alvaros mit seinem Vater, der ihn seiner "Unmännlichkeit" wegen verachtet. Allzu symbolisch geht es mitunter zu, von intersexuellem Meeresgetier und zerhobelten Karotten bis zum Familiennamen von Alex, der "Kraken" lautet. Diese Symbolik wird durch zweierlei immer wieder vergessen gemacht: die fiebrig-lebendige Kamera der (immer fantastischen) Natasha Braier, die den Figuren nahe kommt und nahe bleibt, ohne aufdringlich zu sein und so überzeugend daran arbeitet, dass sich nichts verfestigt, im Inneren von Alex und Alvaro und im Äußeren der erst leise, dann heftiger erschütterten Leben aller Beteiligten. Und vor allem Ines Efron, die Darstellerin von Alex, die schon im kürzlich bei uns angelaufenen Film "Glue" zu sehen war (Kamera auch da: Natasha Braier), und völlig überzeugend zwischen Furcht, Trotz, Verträumtheit und abrupt aufbrechender Entschlossenheit weniger schwankt als in abrupten Schüben gleitet. (...)

[Text von Ekkehard Knörer, zuerst erschienen am 25.06.2008 bei www.perlentaucher.de]

LINKS:

Der Artikel in voller Länge: http://www.filmzentrale.com/rezis/xxyek.htm