Montag, 27. Juli 2009

WENN DIE KRANICHE ZIEHEN - Michail Kalatosow

28.07.09 | 20.30 Uhr

vorgestellt von Josephine Frydetzki


WENN DIE KRANICHE ZIEHEN; LETYAT ZHURAVLI | UdSSR 1957 | Regie: Michail Kalatosow | Autor: Viktor Rozov | Besetzung: Tatyana Samojlova, Aleksei Batalov, Vasili Merkuryev, Aleksandr Shvorin, Svetlana Kharitonova u.a. | Produzent: Mikheil Kalatozishvili | Musik: Moisej Vajnberg | Kamera: Sergei Urusevsky | Montage: Mariya Timofeyeva | Sprache: Russisch | 97min | S/W

Die Erneuerung des sowjetischen Films nach der Ära Stalin wird insbesondere von einem Regisseur getragen: Michail Kalatosow. Sein 1957 gedrehter Film WENN DIE KRANICHE ZIEHEN stellt bislang nicht gesehene expressive Einstellungen vor, die Kalatosow durch dynamische Kamerafahrten und Montagen zu rhythmisieren weiss. Gegenstand des Films ist eine Liebesgeschichte jenseits dessen, was unter Stalin an heroischer Legendenbildung eifrig geschaffen wurde: Kurz bevor der zweite Weltkrieg über die UdSSR hereinbricht, verlieben sich Veronika und Boris ineinander. Als der Krieg ruft, meldet sich Boris freiwillig an die Front. In der langen Zeit des Wartens und der Ungewissheit heiratet Veronika ohne rechte Motivation Boris’ Bruder, doch es gelingt ihr nicht Boris hinter sich zu lassen. Als die Soldaten am Ende des Films ohne Boris heimkehren und eine Rede auf ihre Tapferkeit gehalten wird, tritt Kalatosows Kritik am deutlichsten hervor: In Veronikas individuellem Schicksal spiegelt sich die Sinnlosigkeit des Krieges, die man durch ideologische Verklärung zu verleugnen sucht. Etwas befremdlich jedoch erscheint die positive Wendung in der letzten Einstellung des Films: Veronika fasst, das suggeriert Kalatosow, neuen Lebensmut und verteilt Blumen an die Heimkehrenden Quelle: http://www.35millimeter.de/filmgeschichte/russland/1950/filme/wenn-die-kraniche-ziehen.475.html

LINKS:
Offizielle Seite von Michail Kalatosow http://www.kalatozov.ru/

Samstag, 18. Juli 2009

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Für alles und mehr. filmclubberlin@gmail.com

Eadweard Muybridge 1878 - dog galloping

Freitag, 17. Juli 2009

SOY CUBA - Michail Kalatosow

21.07.09 | 20.30 Uhr

vorgestellt von Josephine Frydetzki


SOY CUBA; | UdSSR/ Kuba 1964 | Regie: Mikhail Kalatozov | Autor: Enrique Pineda Barnet, Yewgeni Yewtuschenko | Besetzung: Sergio Corrieri, Salvador Wood, José Gallardo, Raúl García, Luz María Collazo, Jean Bouise | Produzent: | Musik: Carlos Fariñas | Kamera: Sergei Urusewsky | Montage: Nina Glagolewa | Sprache: Spanisch | 141min | S/W


"Also ich finde es ist ein großartiger Film, der so unglaublich gut gemacht ist, dass man sich fragt wie sie das 1964 hinbekommen haben. Vor allem ohne über allzu viel Technik zu verfügen." Josephine Frydetzki


In vier Episoden sang der legendäre russische Regisseur Mikhail Kalatozov, der mit WENN DIE KRANICHE ZIEHEN Filmgeschichte schrieb, 1964 eine Hymne auf die kubanische Revolution. Während in den ersten beiden Episoden die soziale Ungerechtigkeit und die Schlechtigkeit der dafür verantwortlichen Yankees angeprangert werden, feiern die andern beiden Teile den Heroismus und die Opferbereitschaft der Revolutionäre. Ästhetisch steht der Film ganz in der Tradition des grossen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin.

Kuba ist immer Mal wieder im Gespräch, seis wegen der fragwürdigen Politik seines Präsidenten oder der Menschenrechte spottenden Gefangenenhaltung der USA in Guantanamo. Dieser kaum bekannte Klassiker lässt uns eine Epoche betrachten, in der von Idealen die Rede war, er tut dies in Montage und visuell betonter Filmsprache, den klassischen Mitteln der sowjetischen Filmkunst. Der sowjetrussische Regisseur Mikhail Kalatozov arbeitete mit einer äusserst kreativen Kamera im fernen Kuba, das schon von Kolumbus entdeckt und als schönste Insel bezeichnet worden war. Er spricht zu den Zuschauenden, erzählt von seinem Zucker, seinen Menschen, seiner Geschichte und von Havanna, das bereits vor 1959 eine moderne Grossstadt war.

Besoffene US-Marines grölen «USA - the most glorious country in the world» und belästigen eine junge Frau. Ein junger Kubaner kommt ihr selbstlos zur Hilfe. Studenten dementieren die Falschmeldung, Fidel Castro sei gefallen. Und auch der einfache Bauer hat begriffen, um was es geht und dass die Barbudos um Fidel und Ché um eine gerechte Sache kämpfen. Er schliesst sich den Rebellen an und sagt zu jenem, den er verköstigte, «jetzt brauche ich ein Gewehr!» Sie stossen auf Radio Rebelde, dem Sender der Revolutionäre in der Sierra Maestra im Osten Kubas, der die Ziele der Revolution erläutert: volle Unabhängigkeit von den USA und Souveränität des Landes. «¡Libertad o muerte!». Der Rest ist Geschichte. Der legendäre Klassiker entstand 1964, also nach der gescheiterten Invasion von US-Exilkubanern in der Schweinebucht, als Kuba sich erst für den sozialistischen Weg entschieden hat. Die restaurierte Kopie lässt den filmhistorischen Meilenstein in altem Glanz erstrahlen und die heissen Rhythmen der damaligen Zeit. Eine Trouvaille!

Sonntag, 12. Juli 2009

ACHTUNG KEIN FC

14.07.09 | KEIN FILMCLUB

Liebe FILMCLUB`LER,


am Dienstag, den 14.07.09 entfällt, aus gegebenen Anlässen, der FILMCLUB


ANLASS 1...


...um 17.30 Uhr findet, an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, ein Gespräch mit Romuald Karmakar, Henner Winkler, Silke Enders, Maren Ade und... statt. Jeder, der daran Interesse hat, ist herzlich eingeladen.



ANLASS 2...

...im Anschluss an die Gespräche an der HFF, treffen wir uns ca. 21Uhr in der Kneipe "Trödler", Dresdnerstrasse (neben Würgeengel), um über die Zukunft des FILMCLUB´S zu debattieren. Alle, die sich aufgefordert fühlen, Interesse, Gedanken, Meinungen haben, im Bezug auf die Zukunft des FILMCLUB, sind dazu herzlich eingeladen.


Gruß. FILMCLUB

Freitag, 3. Juli 2009

TEN - Abbas Kiarostami

07.07.09 | 20.30 Uhr
vorgestellt von Jöns Jönsson

TEN | Theran/Iran 2003| Regie: Abbas Kiarostami | Autor: Abbas Kiarostami | Besetzung: Mania Akbari, Amin Maher, Kamran Adl, Roya Arabshahi, Amene Moradi, Mandana Sharbaf, Katayoun Taleizadeh | Produzent: Marin Karmitz, Abbas Kiarostami | Kamera: Abbas Kiarostami | Montage: Vahid Ghazi, Abbas Kiarostami, Bahman Kiarostami | Sprache: Persisch | 91min | Color

Heiss ist es in dem Auto, stickig und staubig. Genervt sitzt seine iranische Fahrerin am Steuer, raucht, rückt das Kopftuch zurecht, fächert Luft mit einem Stück Pappe. Mit nur wenig Distanz beobachtet der Zuschauer ihre Bewegungen, denn der Handlungsraum von Regisseur Abbas Kiarostami ist klein gewählt. In TEN zeigt er seine Protagonisten ausschließlich in einem Kleinwagen, gefilmt von einer DV-Kamera auf dem Armaturenbrett.

Zwei Einstellungen gönnt sich der Film, mehr nicht. Mal hält die Kamera direkt auf die Fahrerin, mal seitlich versetzt auf Mitreisende. Insgesamt fünf nehmen auf dem Beifahrersitz Platz, verwickeln die Fahrerin in Gespräche. Fünf unterschiedliche Menschen, die den Querschnitt durch die iranische Gesellschaft geben könnten: Eine alte Frau auf ihrem täglichen Weg in die Moschee, eine auf Freier wartende Prostituierte, eine Freundin, die Schwester und der kleine Sohn der FahreriIn zehn Episoden, jeweils zehn Minuten lang, geht die Fahrt durch die Straßen Teherans. Mit jedem Schlagloch holpert die Kamera mit. Hörbar ist der Straßenasphalt: Ein eintöniges Rauschen während der Fahrt, dann ein Quietschen beim abrupten Bremsen. Durch die hinunter gelassenen Fenster dringen dazu die Geräusche vom Straßenrand, lärmende Passanten, andere Autos.



LINKS
Interview von Ulrich Köhler und Benjamin Heisenberg http://www.otze.biz/start.jsp?mode=3&thema=I&key=29