Dienstag 23.09.2014
20:30 Uhr
vorgestellt von Jan Künemund
Petra Schmitz: Wir haben gesehen, wie hier der Kommentar eingesetzt ist: er informiert, lenkt Aufmerksamkeit, wenn er auch nicht bewertet.
Klaus Wildenhahn: Gelenkt wird auch durch kleine Details, Rohrbach auf dem Gang, man muss ja nicht analysieren, wenn man darauf hindeutet, reicht das. Das Fernsehen ist eine Institution, bei der ich auch gearbeitet habe. Ich wusste damals, dass man nach Außen vermitteln muss, wie da gearbeitet wird, diese ganze Bürokratie usw. Ich vermittele sehr viel an Informationen über Schrifttafeln und Zwischentitel, das macht auch eine andere Aufmerksamkeit. Das ist auch alles, wie beim Jimmy-Smith-Film, am Schneidetisch entstanden. ‚Wo würde jetzt ein Zwischentitel reinpassen und wo kommt dann die Stimme wieder rüber?’, das ist die gleiche Art.
Klaus Wildenhahn: Die Kamera war immer geschultert, das Mikro immer gehalten, wir waren immer in Bereitschaft, so dass klar war, unter Umständen ist es ein Dreh. Das Einschalten selbst haben die nicht bemerkt, das glaube ich nicht, weil ich immer mit meinen Leuten Zeichen für das Einschalten verabredet habe, oder ich habe mein Tonband eingeschaltet, und dann wusste der Kameramann, jetzt wird gedreht. Aber die Aufmerksamkeit war immer gezielt, die Kamera ging immer so mit. Vielleicht hat bei diesem speziellen Film geholfen, dass der Auftraggeber dafür Horst Königstein vom NDR war. Der machte damals eine Reihe mit Medienkritik im 3. Programm, und da sind viele damalige Fernsehsendungen untersucht worden. Horst Königstein war jemand, der offen und radikal vorgeht, und im 3. Programm gab es vielleicht eine größere Bereitschaft sich zu zeigen. So könnte ich mir das rückwirkend erklären.
20:30 Uhr
vorgestellt von Jan Künemund
Deutschland 1974/75, 63 min / TV-Dokumentarfilm
Ton und Regie: Klaus
Wildenhahn, Kamera und Schnitt: Gisela Tuchtenhagen
Eine Medienkritik. Thema: Talk Show: Dietmar Schönherr absolviert seine beiden letzten Folgen der Sendereihe »Je später der Abend…«, produziert vom WDR.
Eine Medienkritik. Thema: Talk Show: Dietmar Schönherr absolviert seine beiden letzten Folgen der Sendereihe »Je später der Abend…«, produziert vom WDR.
„Ein Film über Produktionsbedingungen beim Fernsehen. Also: ein Film über Verantwortung, Konkurrenz, Leistungsdruck, Ohnmacht. Wirklich ein deprimierender Film.“ (Eva Orbanz, Hans Helmut Prinzler)
Petra Schmitz: Wir haben gesehen, wie hier der Kommentar eingesetzt ist: er informiert, lenkt Aufmerksamkeit, wenn er auch nicht bewertet.
Klaus Wildenhahn: Gelenkt wird auch durch kleine Details, Rohrbach auf dem Gang, man muss ja nicht analysieren, wenn man darauf hindeutet, reicht das. Das Fernsehen ist eine Institution, bei der ich auch gearbeitet habe. Ich wusste damals, dass man nach Außen vermitteln muss, wie da gearbeitet wird, diese ganze Bürokratie usw. Ich vermittele sehr viel an Informationen über Schrifttafeln und Zwischentitel, das macht auch eine andere Aufmerksamkeit. Das ist auch alles, wie beim Jimmy-Smith-Film, am Schneidetisch entstanden. ‚Wo würde jetzt ein Zwischentitel reinpassen und wo kommt dann die Stimme wieder rüber?’, das ist die gleiche Art.
Publikumsfrage: Ich finde, die Leute in dem Film haben sich weit in die Karten gucken lassen, und ich glaube, dass diese Aufnahmen heute so nicht mehr möglich wären. Ich glaube, dass die Leute noch zynischer über Teilnehmer einer Talkrunde reden, über deren Marktwert und wer steht wofür. Mich interessiert, gerade vor dem Hintergrund, dass Sie nicht durchgehend gedreht haben, wussten die, wann Sie gedreht haben? Heute ist das Gefühl der Medienpräsenz doch noch viel größer.
Klaus Wildenhahn: Die Kamera war immer geschultert, das Mikro immer gehalten, wir waren immer in Bereitschaft, so dass klar war, unter Umständen ist es ein Dreh. Das Einschalten selbst haben die nicht bemerkt, das glaube ich nicht, weil ich immer mit meinen Leuten Zeichen für das Einschalten verabredet habe, oder ich habe mein Tonband eingeschaltet, und dann wusste der Kameramann, jetzt wird gedreht. Aber die Aufmerksamkeit war immer gezielt, die Kamera ging immer so mit. Vielleicht hat bei diesem speziellen Film geholfen, dass der Auftraggeber dafür Horst Königstein vom NDR war. Der machte damals eine Reihe mit Medienkritik im 3. Programm, und da sind viele damalige Fernsehsendungen untersucht worden. Horst Königstein war jemand, der offen und radikal vorgeht, und im 3. Programm gab es vielleicht eine größere Bereitschaft sich zu zeigen. So könnte ich mir das rückwirkend erklären.
