Samstag, 14. April 2012

STERNE - Frank Wierke

Dienstag 17.04.2012
20.30 Uhr
vorgestellt von Regisseur Frank Wierke




STERNE | DE 2010 | 81 Minuten | deutsche OF | Regie, Produktion, Buch, Kamera, Ton: Frank Wierke | Montage: Frank Wierke, Beate Middeke | Produktion: Wierke Film mit ZDF/3sat | Redaktion: Udo Bremer


Der Film STERNE: Der Filmemacher Frank Wierke begleitet die Band über ein Jahr lang allein, ohne Team, ohne künstliches Licht und Stative. Direct Cinema: Einlassen auf das Unvorhersehbare, das scheinbar Nebensächliche, ohne Inszenierungen und Interviews. 2009: Proben, Konzerte, Termine. Eine neue Platte entsteht, und darin eine Neu-Ausrichtung, Definitionen, Perspektiven, Ideen. Ein DJ/Produzent aus München kommt hinzu - und die Sterne sind nur noch zu dritt. Und Frank Wierke mit der Kamera dazwischen, immer wieder: dieses Fragen, Suchen und Aufpassen, da zu sein, oder nicht. Verwebungen. Kontexte. Alltag. Wie entstehen die Texte von Frank Spilker? Wie entsteht ein Song? Wie geschieht das Zusammenspiel, und was ist die Band? Wo führt das hin? 40 Stunden Material werden zu 80 Minuten Dokumentarfilm.


"Wierkes selbstgeführte Kamera ist so nah, dass man beginnende Plauzen, Platten und Augenringe erkennt, dass man den Protagonisten tatsächlich über die Schulter schauen kann, um zu sehen, was sie sehen. Und um festzustellen, wie die Zeit für den Rock n Roll an sich zusammengeschnurrt ist, und wie viel Platz das Hocken vor Bildschirmen und die Gespräche über Vermarktung, Strategien, Geld einnehmen müssen: Die Sterne haben die neue Platte selbst herausgebracht, ein Versuch, erklärt der Bassist Thomas Wenzel, wenn es klappt, überlegt man, ob man so weitermacht, ob das System "Neue Platte/Tour" für einen noch funktioniert.

Spilker, Verhandlungsführer und Lieblingsinterviewpartner bei den Promo-Terminen für das Album, lässt sich tief in die Karten gucken, nennt Zahlen, Daten, Hintergründe für Entscheidungen. Alles andere wäre auch verlogen: Die Sterne standen und stehen bei vielen ihrer Fans vor allem für Authentizität. Und Wierkes Kamera bildet genau das ab, gleitet mal beiläufig über die Studiowände, über Löcher im Putz und Dreck auf dem Boden, mal zeigt sie die Schuhe der Musiker, die im Takt wippen. " (Jenni Zylka, TAZ)


„Vor etwa einem Jahr war ein Dokumentarfilmer bei mir zu Gast. Der Dokumentarfilmer war sehr nett, trotzdem muss man sich erstmal daran gewöhnen, wenn man einen Dokumentarfilmer in Ausübung seiner Tätigkeit in der Bude herumstehen hat. Ich schreibe das vor allem für Leute, die vielleicht auch mal einen Dokumentarfilmer bei sich zu Gast haben könnten. Der Dokumentarfilmer arbeitete an einem Film über die Band Die Sterne und wollte ein paar O-Töne von mir haben. Da sich der Dokumentarfilmer in der Tradition des Cinéma vérité sah, wies er mich an, mich möglichst meinen normalen Alltagsgewohnheiten entsprechend zu verhalten, während ich über Die Sterne plauderte. Das fiel mir nicht schwer und so machte ich erstmal einen Kaffee. Der Dokumentarfilmer filmte daraufhin in meine Küchenspüle hinein, wo sich beschmierte Nutella-Messer und anderer Dreck befanden. „Na, das macht jetzt wohl einen nicht so guten Eindruck" dachte ich zwar, plauderte aber munter weiter.
Der Dokumentarfilmer heißt Frank Wierke. Vor ein paar Tagen nun rief er mich an und berichtete, dass sein Sterne-Film nun fertig sei, allerdings seien meine Szenen komplett der Schere zum Opfer gefallen. Ich habe den Film eben gesehen und kann nicht behaupten, dass dieser Umstand dem Endergebnis sonderlich schaden würde.
Wierkes Film ist keine blöde Rockmusiker-Doku. Es ist ein wackeliger Film über eine wackelige Band. Tatsächlich passen Wierke und Die Sterne perfekt zusammen: Wie anders könnte man diese ewige Schülerband, diese etwas hüftsteife Funk-Gruppe, diese Slogan-feindlichen Slogan-Lieferanten, deren kluge Lieder sich immer wieder um Selbstausbeutung halb-selbstverwirklichter Dauerkreativer ranken, darstellen, als mit einer wackeligen Handkamera?“
(Eric Pfeil, FAZ Poptagebuch)


Trailer:

http://www.youtube.com/watch?v=rKhjkkKobfc


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