Dienstag 21.06.2011
20.30 Uhr
vorgestellt von Jan Krüger
I DON'T WANT TO SLEEP ALONE | Malaysia/Taiwan 2006 | Regie und Buch: Ming-liang Tsai | Kamera: Pen-jung Liao, Ming-liang Tsai | Schnitt: Sheng-Chang Chen | Darsteller: Kang-sheng Lee, Shiang-chyi Chen, Norman Atun … | 115 min
Eröffnung: Venedig 2006
Shooting for the first time in Malaysia after seven features set primarily in Taipei, director Tsai Ming-Liang returns to his birthplace with a film unlike any of his prior works. Different in texture, mood and feel, and featuring a cast of multi-cultural and multi-lingual characters, the vivid, crowded, neon-lit streets of Kuala Lumpur come alive as only master director Tsai Ming-Liang can capture...
(Text des Verleihs axiomfilms)
A group of immigrants from Bangladesh find a rotten old mattress abandoned in the street, then a Chinese man left for dead by a band of local villains. Rawang is Malaysian and lives with them in an apartment block, which is only half-built due to the economic crisis. He nurses Hsiao Kang and gets him back on his feet again. In the same building lives Chyi, a Chinese girl employed by a restaurant owner to look after her son, who is the man in the coma from the opening scene. Hsiao Kang becomes the object of desire of Rawang, Chyi and her boss, and the circulation of the mattress accompanies the flow of affections.
(Cyril Neyrat: http://www.cahiersducinema.com/Critique-I-don-t-want-to-sleep,1169.html )
Wie eine ironische Anspielung auf den Mozart-Auftrag wirkt es, wenn der Taiwanese Tsai Ming-liang in einer Einstellung seines Films einen im Wachkoma liegenden jungen Mann zeigt, während aus dem Radio recht penetrant die Koloraturen der Königin der Nacht kieksen. I Don’t Want to Sleep Alone spielt in einem abgerissenen Viertel in Kuala Lumpur. Ein junger Chinese wird zusammengeschlagen, von einem Bauarbeiter aufgenommen und gesund gepflegt. In aller Ausführlichkeit filmt Tsai Ming-liang diese Fürsorge und ihre verhaltene Zärtlichkeit. Rwang, der Illegale aus Bangladesch, füttert und wäscht seinen Gast, bringt ihn auf die Toilette, kühlt ihm die Blutergüsse und kremt ihn ein. Berührungen scheinen in diesem Film nur unter dem Signum des Pflegens, Kümmerns, Helfens möglich. So wie bei der jungen Kellnerin Chyi, die den reglos im Krankenbett liegenden Sohn ihrer Chefin betreut und befriedigt.
In Tsai Ming-liangs enger düsterer Stadtlandschaft gibt es keinen privaten Raum. Seine Helden wohnen in Zimmerwinkeln, auf rumpeligen Dachböden, teilen sich Matratzen und treffen sich in den gigantischen Zementruinen des abgeflauten Wirtschaftsbooms. Und doch ist I Don’t Want to Sleep Alone alles andere als ein Sozialdrama der malaysischen Unterschicht. Es ist ein wunderbar zarter Film über die Sehnsucht nach Berührung und womöglich auch ein freies Spiel mit den Liebesmotiven der Zauberflöte. Ihre Wasser- und Feuerproben erleben die Paare dieses Films an den schwarz glänzenden Seen der still gelegten Baugruben und im Qualm der unterirdischen Müllbrände. Sie küssen sich hustend unter Rauchmasken und angeln friedlich an toten Gewässern.
(Katja Nicodemus: http://www.zeit.de/2006/37/Venedig-Zwischenbericht )
Shooting for the first time in Malaysia after seven features set primarily in Taipei, director Tsai Ming-Liang returns to his birthplace with a film unlike any of his prior works. Different in texture, mood and feel, and featuring a cast of multi-cultural and multi-lingual characters, the vivid, crowded, neon-lit streets of Kuala Lumpur come alive as only master director Tsai Ming-Liang can capture...
(Text des Verleihs axiomfilms)
A group of immigrants from Bangladesh find a rotten old mattress abandoned in the street, then a Chinese man left for dead by a band of local villains. Rawang is Malaysian and lives with them in an apartment block, which is only half-built due to the economic crisis. He nurses Hsiao Kang and gets him back on his feet again. In the same building lives Chyi, a Chinese girl employed by a restaurant owner to look after her son, who is the man in the coma from the opening scene. Hsiao Kang becomes the object of desire of Rawang, Chyi and her boss, and the circulation of the mattress accompanies the flow of affections.
(Cyril Neyrat: http://www.cahiersducinema.com/Critique-I-don-t-want-to-sleep,1169.html )
Wie eine ironische Anspielung auf den Mozart-Auftrag wirkt es, wenn der Taiwanese Tsai Ming-liang in einer Einstellung seines Films einen im Wachkoma liegenden jungen Mann zeigt, während aus dem Radio recht penetrant die Koloraturen der Königin der Nacht kieksen. I Don’t Want to Sleep Alone spielt in einem abgerissenen Viertel in Kuala Lumpur. Ein junger Chinese wird zusammengeschlagen, von einem Bauarbeiter aufgenommen und gesund gepflegt. In aller Ausführlichkeit filmt Tsai Ming-liang diese Fürsorge und ihre verhaltene Zärtlichkeit. Rwang, der Illegale aus Bangladesch, füttert und wäscht seinen Gast, bringt ihn auf die Toilette, kühlt ihm die Blutergüsse und kremt ihn ein. Berührungen scheinen in diesem Film nur unter dem Signum des Pflegens, Kümmerns, Helfens möglich. So wie bei der jungen Kellnerin Chyi, die den reglos im Krankenbett liegenden Sohn ihrer Chefin betreut und befriedigt.
In Tsai Ming-liangs enger düsterer Stadtlandschaft gibt es keinen privaten Raum. Seine Helden wohnen in Zimmerwinkeln, auf rumpeligen Dachböden, teilen sich Matratzen und treffen sich in den gigantischen Zementruinen des abgeflauten Wirtschaftsbooms. Und doch ist I Don’t Want to Sleep Alone alles andere als ein Sozialdrama der malaysischen Unterschicht. Es ist ein wunderbar zarter Film über die Sehnsucht nach Berührung und womöglich auch ein freies Spiel mit den Liebesmotiven der Zauberflöte. Ihre Wasser- und Feuerproben erleben die Paare dieses Films an den schwarz glänzenden Seen der still gelegten Baugruben und im Qualm der unterirdischen Müllbrände. Sie küssen sich hustend unter Rauchmasken und angeln friedlich an toten Gewässern.
(Katja Nicodemus: http://www.zeit.de/2006/37/Venedig-Zwischenbericht )







