27.10.09 | 20.30 Uhr
Ein Abend zwei Teilen
I.TEIL | 20:30 Uhr
ABOUT ME: A MUSICAL von ROBERT FRANK
USA 1971 | Regie: Robert Frank | Kamera: Danny Seymour, Robert Frank | Ton: Robert McNamara | Darsteller: Lynn Reyner | Sprache: Englisch| 30 min |
II.TEIL | 21:30 Uhr
THE VIDEO MARKET von FLORIAN BARON
Anschließend Gespräch
Japan 2009 | Regie, Kamera, Schnitt: Florian Baron| Sprache: Japanisch mit Englischen Untertiteln | 30 min |
ABOUT ME: A MUSICAL:
Es gibt Filme, die nicht auf das Spiel ihres Gegenstandes eingehen. Robert Frank hatte den Auftrag, eine Studie über die Musik in den Vereinigten Staaten zu drehen, doch schon nach ein paar Minuten meinte er kurz und bündig: «fuck the music». Damit wird sein Leben mit seinen Reisen, Leidenschaften, Erinnerungen und Fragen zum roten Faden dieses Films. Sein Leben, eine Ansammlung von Ideen, Zweifeln und Suchen, setzt sich endgültig als Thema durch. Um seine eigene Figur zu verkörpern, wählt Frank eine junge Frau. Eine Gruppe von fünf Jugendlichen befragt sie in der Art eines antiken Chors in einer klassischen Tragödie, fordert zu Bekenntnis und Gewissenser forschung auf. Über dieses andere Ich stellt Frank seine Vergangenheit, sowohl auf persönlicher wie auch auf beruflicher Ebene, sehr heftig in Frage. Doch das Leben gewinnt wieder Oberhand, und auf die schamlose Selbstinszenierung folgen mit grossem Talent gefilmte Dokumentarsequenzen. about me ist ein Film mit einer scheinbar total durchlässigen Struktur, und in dieser Durchlässigkeit liegt die ganze Kraft dieses Projektes, das zwischen Oberflächlichkeit und Tiefgründigkeit, zwischen dem Ich und der Welt hin- und herpendelt. (yow) - Quelle: www.visionsdureel.ch
Biografie Robert Frank:
Robert Frank wird 1924 in Zürich geboren. Er macht eine Photographenlehre und beginnt in der Schweiz als Photograph zu arbeiten, bevor er 1947 nach New York auswandert. Dort heiratet er 1950 und hat zwei Kinder. Zwischen 1955 und 1957 verwirklicht er, dank einem Guggenheim Stipendium,
den berühmten Bildband Les Américains, der 1958 in Paris bei Delpire erscheint. 1970 lässt er sich in Mabou in Kanada nieder und entscheidet sich dem Film zu widmen. 1972 kommt er aber wieder zur Einzelaufnahme zurück und veröffentlicht das Retrospektivwerk The lines of my hands. In der Zwischenzeit vollendete er namentlich den Film pull my daisy, dem eine Erzählung von Kerouac zugrunde liegt, me and my brother und conversations in vermont, seinen ersten autobiographischen Film. Es folgen life dances on..., der Dokumentarfilm This song for jack und der Roadmovie Candy mountain. Sein introspektives, formal freies und persönliches Werk wird Anfang der 90er Jahre durch die Videofilme c’est vrai, Last supper und the present ergänzt. (lb) - Quelle: www.visionsdureel.ch
Filmografie:
Pull My Daisy, 1959/ The Sin of Jesus, 1961/ O.K. End Here, 1963/ Chappaqua, 1967/ Me and My Brother, 1968/ Liferaft Earth, 1969/ Conversation in Vermont, 1969/ About Me: a Musical, 1971/ Cocksucker Blues, 1972/ Keep Busy, 1975/ Life Dances On..., 1980/ Energy and How to Get It, 1981/ This Song for Jack, 1983/ Home Improvements, 1985/ Candy Mountain, 1987/ Hunter, 1989/ Run, 1989/ C'est Vrai !, 1990/ Last Supper, 1992/ Moving Pictures, 1994/ The Present, 1996/ Summer Cannibals, 1996
THE VIDEO MARKET
'The Video Market entstand November 2008 im Rahmen der Ausstellung 'WANAKIO - Art in the City' in Okinawa, Japan. Mein Vorhaben war, einen Monat lang auf dem ältesten Großmarkt der Insel einen Dokumentarfilm zu drehen und zu schneiden. Meine Arbeit wurde gleichzeitig jeden Tag als work-in-progress auf dem Markt gezeigt. Der Film ist für mich das Ausprobieren einer neuen dokumentarischen Form, eine Art 'first-person-documentary'. Es ging mir um die Herausforderung meiner Rolle als Filmemacher ebenso wie um die Herausforderung der Protagonisten, aus den festgefahrenen Strukturen des Marktes auszubrechen."
(Florian Baron)

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