Dienstag 15.10.2013
20.30 Uhr
+++ in Anwesenheit des Regisseurs Oliver Schwabe +++
20.30 Uhr
+++ in Anwesenheit des Regisseurs Oliver Schwabe +++
Filmtrailer
Zum Regisseur:
Oliver Schwabe ist Dokumentarist, Kameramann und Regisseur. Nach "Egoshooter" (mit Tom Schilling) ist "Zarte Parasiten" sein zweiter abendfüllender Spielfilm, den er als 'Regieduo' zusammen mit Christian Becker geschrieben und inszeniert hat. Studiert hat er an der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er auch mit Jan Krüger gearbeitet hat. Daneben hat Ollie im Laufe der Jahre mehrere 'Videotagebücher', meist mit jugendlichen Protagonisten, produziert. Eine andere Leidenschaft sind Musikdokumentationen - nach Filmen über Disco und die Berliner Punkszene beendet er gerade den Schnitt einer Dokumentation über 'Heino'...
Kritiken:
"Parasiten haben einen schlechten Ruf. Dabei sind sie, wie man nicht erst seit Michel Serres' Untersuchungen zum Thema weiß, außerordentlich nützliche Wesen. Ohne Parasiten gäbe es kein Leben und ohne parasitäres Verhalten keinen Fortschritt, sie sind diejenigen, die den Übergang von einer Lebensform zur anderen meistern, und am Ende noch jede Katastrophe überleben. Andererseits könnten sie alleine gar nicht überleben, sondern sie nähren sich immer von anderen. (…)"
Rüdiger Suchsland
"Die Augen sind der Spiegel der Seele; das Gesicht wie ein Buch, in dem man über das Leben lesen kann. Das müssen sich auch Christian Becker und Oliver Schwabe gedacht haben, als sie die Schauspieler für ihren Film Zarte Parasiten ausgewählt haben: Robert Stadtlobers eigentlich nicht schönes, doch immer schön inszeniertes Gesicht mit der großen Nase, die feinen Züge der Entdeckung Maja Schöne mit dem hübschen Mund und dunklen, geschwungenen Brauen, das zerfurchte, ausdruckstarke Gesicht von Silvester Groth und die traurigen Augen von Corinna Kirchhoff. (…)"
Susan Noll
"Einmal noch die Liebe erleben, das ist der letzte Wunsch der bettlägerigen alten Dame. Manu (Maja Schöne) und Jakob (Robert Stadlober) sind gekommen, um ihn zu erfüllen. Sie ziehen sich aus, um auf dem Bettvorleger der Frau miteinander zu schlafen. Die jungen nackten Körper gleiten ineinander, die Greisin lächelt, im Hintergrund laufen uralte Chansons. (...)
Es ist die große Kunst dieses kleinen Films von Christian Becker und Oliver Schwabe ("Egoshooter"), dass die beiden Regisseure ganz konkret von emotionalen und körperlichen Tauschgeschäften erzählen, ohne dass dem Zuschauer einmal das P-Wort in den Sinn kommt: Nein, Prostitution geht anders."
Christian Buß
Interview mit Christian Becker und Oliver Schwabe
"filmtogo: Wie sieht das auf der anderen Seite der Kamera bei euch mit der Zusammenarbeit aus? Euer zweiter Langfilm. Viele Köche verderben den Brei. Vielleicht auch bei der Regie? Ist das immer harmonisch oder gibt es auch Streitigkeiten, wo jeder mal seinen Kopf durchsetzen möchte?
Schwabe: Es ist sicherlich, sagen wir mal, eine seltene Zusammenführung. Oft arbeiten nur Paare oder Geschwister so. Bei uns beiden ist das nicht der Fall. Aber wir ergänzen uns sehr gut. Das Schreiben ist zu Zweit ist zum Beispiel sehr schön. Normalerweise ist das ein sehr einsames Geschäft und es ist gut, dass man direkt jemanden hat, der sofort Bescheid sagt, wenn man sich in eine falsche Richtung bewegt. Der Arbeitsprozess an sich läuft abwechselnd, einer hört zu, der andere formuliert und schreibt und umgekehrt. Am Set ist eigentlich nur wichtig, dass beide die gleiche Vision haben, dass beide den gleichen Film machen wollen. Ich mache auch noch die Kamera, so haben wir zwei unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen. Und das tut der Sache zum Beispiel auch gut. Wir haben ein relativ offenes System. Robert sagt, dass es für ihn spannend war, weil wir auch diskutieren. Wir wissen natürlich, wo wir hin wollen, aber es ist ein schönes Arbeiten, weil am Set noch viele Ideen entstehen können.
Becker: Ich glaube, es ist sogar noch ein viel engeres Arbeiten, als wenn man jetzt der alleinige Regisseur wäre und mit einem Kameramann, der nicht Regie führt, arbeiten würde. Das wir das Schreiben, Kamera- und Regie führen in zwei Personen vereinen stärkt uns. Und es ist über die Jahre hinweg eigentlich immer produktiver geworden. (…)"
filmtogo

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