Donnerstag, 16. August 2012

GERRY - Gus Van Sant


Dienstag 21.8.2012 
20.30 Uhr
vorgestellt von vielen



GERRY | USA 2002 | 98 Minuten | Format: 2,35:1 | Regie: Gus van Sant | Drehbuch: Casey Affleck, Matt Damon, Gus Van Sant | Kamera: Harris Savides | Schnitt: Gus van Sant, Casey Affleck, Matt Damon | Musik: Arvo Pärt | Produktion: Dany Wolf 

Zwei junge Männer - beide heißen Gerry - fahren in die Wüste. Sie steigen aus, ziehen los, überlegen es sich bald anders und wollen zurückkehren, zum Wagen. Langsam verlieren sie jedoch die Orientierung. Ihr Weg führt immer tiefer in die mehr und mehr abstrakte, ortlos gewordene Wüste. Aus dem Spaziergang wird ein Kampf ums Überleben.


“GERRY isn't much of anything, and doesn't claim to be. It's a movie stripped of its movieness.” (Jack Mathews, New York Daily News)


“GERRY was the type of movie that I was always making or thinking about making.” (Gus Van Sant)


„Der Himmel, die Wolken, die die Kamera beobachtet als Schönheiten. Überhaupt die Schönheit des Films. In welches Verhältnis setzt sie der Film zu Leid und Tod? Woran halten, wenn man Bedeutung sucht? Sind nicht alle Flächen zu glatt: Die minimal Ton-Scape von Arvo Pärt ebenso wie die Wolken im Zeitraffer? Etüden des Ungreifbaren ebenso wie des Unbegrifflichen. Entleerung, Entwirklichung und im Gegenzug wieder Aufladung. Aber weder mit Physik (Stofflichkeit, Materialität) noch mit Metaphysik (Sinn, Tiefe), sondern mit einer Hochglanzoberfläche, die attraktiv ist und zugleich abweisend.
Man möchte seinen Verstand und seine Sinne an diese Oberfläche legen und gewiss wäre diese Oberfläche in der Hitze und Sonne des Death Valley angenehm kühl. Man dreht den Kopf zur Seite, legt die Backe an diese kühle, glatte Oberfläche und der Blick geht geradeaus ins Leere. Mit Mühe nur sind, verdreht man die Augen in dieser Haltung, zwei Gerrys zu ahnen, die schlafwandelnd, todwandelnd, filmwandelnd durch eine Zone sich bewegen, lange Minuten. Man stellt sich diese Oberfläche als kühl vor, obwohl sie illuminiert ist wie die zu leeren Geheimnissen erstarrten Fotografien Jeff Walls.
 Vielleicht ist GERRY ein Film von Jeff Wall. Und verweigert sich, in seinem nach Außen gekehrten Innersten, der Leinwand. Ein Realismus, der in sein Gegenteil umschlägt. Entwirklichung, Entstofflichung, Entleerung. Zugleich aber keine Frage von Resten. Ein Umschlag in etwas anderes, dem Kino Fremdes, der Auftritt von Gespenstern, die künstlicher und wirklicher sind als alle material ghosts des Films.“ 

[Ekkehard Knörer, Jump Cut]


Slant: First off, great film!
Gus Van Sant: Oh, thanks!
Slant: I hope you've been hearing that a lot.
GVS: When did you see it?
Slant: About a month ago. I was a little worried because of all the walkouts I'd heard about.
GVS: Were there a lot of walkabouts at the screening you were at?
Slant: There were around 15 people there and I think there were three walkouts.
GVS: That's not too bad.
Slant: But it's a critic's screening! You expect more from them, especially if they're there to review it.
GVS: Yeah.

(...)

Slant: How collaborative was the project from the beginning?
GVS: We started thinking about it when Casey and I were next-door neighbors and Matt had just moved to New York to redo an apartment. They started joking about how they'd play these characters; we started off with two characters that resembled Beavis and Butthead and ended up with people that resembled Casey and Matt themselves. We constructed an outline and I was really interested in how that outline evolved. Casey and Matt were alone a lot of the time, developing scenes like the rock scene. And then we reunited in Argentina five days before the shoot. It was in those five days we came up with the script.
Slant: It was a short shoot, correct?
GVS: Twenty-four days.

[Slant Magazine: Gerrymandering]




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