Freitag, 20. November 2009

ENDSTATION DER SEHNSÜCHTE - Sung-Hyung Cho


24.11.09 | 20.00 Uhr
vorgestellt von der Filmemacherin


Endstation der Sehnsüchte
von Sung-Hyung Cho

In Anwesenheit der Filmemacherin




ENDSTATION DER SEHNSÜCHTE | Deutschland 2009 | Regie, Buch, Schnitt: Sung- Hyung Cho | Protagonist/inn/en: Yong-Sook, Armin Theis, Chun-Ya, Willi Engelfried, Woo-Za, Ludwig Strauss-Kim | Produzent/inn/en | Ton: Bernd von Bassewitz | Kamera: Ralf Netzer, Axel Schneppat, Stefan Grandinetti | Sprache: Koreanisch/ Deutsch mdU | 95min |

Drei Frauen auf der Suche nach Heimat kehren nach über dreißig Jahren zurück in ein Südkorea, das nicht mehr ihres ist. Sie haben in den Siebzieger Jahren alles zurückgelassen, auch ihre Kinder, um als Gastarbeiterinnen nach Deutschland zu gehen.Sie haben sich perfekt assimiliert in dem neuen Land und sich doch immer nach dem alten gesehnt. Jetzt haben sie ihren Traum wahr gemacht und ihre deutschen Ehemänner mitgenommen nach Dogil Maeul, das "Deutsche Dorf", das eigens für Leute wie sie errichtet wurde: Yong-Sook, Woo-Za und Chun-Ja sind als gut situierte Rentnerinnen zurückgekehrt und zur Touristenattraktion geworden.

Denn das Dorf in der malerischen Bucht mit den roten Ziegeldächern und den sauberen Vorgärten ist tatsächlich deutscher als deutsch, es gibt sogar Vollkornbrot und Bockwürste. Eine skurrile Kulisse, in der Touristen durch ihre Vorgärten trampeln und die Ehemänner als "Langnasen-Opas" belachen, bis die Polizei eingreift.

Es ist ihre neue, alte Heimat, in die ihnen Willi, Ludwig und Armin mit über sechzig Jahren in der Hoffnung auf einen beschaulichen Lebensabend gefolgt sind. Und doch fehlt den Frauen etwas. Denn "Am Abend, wenn die Sonne untergeht, kommt das Heimweh. Egal, ob du 40, 50 oder 60 bist." Das war in Deutschland so, wo sie die Hälfte ihres Lebens verbracht haben und doch immer fremd blieben. Und das ist jetzt in Südkorea so, wo sie nicht mehr nahtlos an ihre alten Wurzeln anknüpfen können.

Sie tragen traditionelle, koreanische Trachten in Wohnzimmern mit Schrankwänden aus deutscher Eiche. Wenn ihre Ehemänner über mangelnde Ordnung und Disziplin der Koreaner schimpfen, können sie das gut nachvollziehen. Und doch macht es sie glücklich, wenn der Gatte mit Hingabe koreanische Volkstänze erlernt.Mit diesem kulturellen Spagat ist die Regisseurin Sung-Hyung Cho aus eigener, biografischer Erfahrung vertraut. Ihre humorvolle, einfühlsame Beobachtung der drei Ehepaare spürt mit gemischten Gefühlen der Frage nach, was Heimat eigentlich ist und ob man sie wieder finden kann.

Quelle: Zorro Film

weitere Infos zum Film auf der Homepage von Sung-Hyung Cho

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