Sonntag, 20. September 2009

SONGS FROM THE SECOND FLOOR - Roy Andersson

22.09.09 | 20.30 Uhr
vorgestellt von Pola Schirin Beck

SONGS FROM THE SECOND FLOOR; Sånger från andra våningen | Schweden, Norwegen, Dänemark 2000 | Regie: Roy Andersson | Autor: Roy Andersson | Besetzung: Lars Nordh, Stefan Larsson, Bengt C.W. Carlsson, Torbjörn Fahlström, Sten Andersson u.a. | Produzent: Lisa Alwert | Musik: Benny Andersson | Kamera: Istvan Borbas, Jesper Klevenas | Montage: | Sprache: schwedisch | 98min | Farbe

Ein Möbelverkäufer setzt seine Firma in Brand, um die Versicherungssumme zu kassieren, sein Sohn ist vom "Gedichteschreiben verrückt geworden", der Vater beginnt ein neues Geschäft mit dem Verkauf von Kruzifixen; ein Zauberkünstler sägt versehentlich einen Freiwilligen in den Bauch; ein 100-jähriger schwedischer General a. D. empfängt seine Geburtstagsgäste im Pflegeheim mit nationalsozialistischen Parolen; Manager ziehen in langen Aufmärschen durch die Straßen Stockholms und geißeln sich selbst ihrer Sünden wegen und ein nie endender Verkehrsstau hat alles Leben lahm gelegt.

Wer Roy Anderssons Film SONGS FROM THE SECOND FLOOR von 2000 noch nicht kennt, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. Es ist sein fünfter Film. Er hat diesen skandinavischen surrealen Ton und Humor, den ich so liebe. Andersson bedient sich zur visuellen Umsetzung einer speziellen Bildsprache, die in ihrer surrealistischen Konzeption an Luis Bunuel und in ihrer kargen, konzentrierten Ausleuchtung an Jacques Tati erinnert, mit dessen an der modernen, davonrasenden Welt verzweifelnden Meisterwerken Anderssons Film durchaus Parallelen vorzuweisen hat. Andersson und seine drei Kameraleute komponieren 46 geniale Einstellungen (bzw. 45 Schnitte). Das heißt immer nur eine Einstellung wird für eine Szene in diesem Episodenfilm gewählt.

Am nächsten Dienstag möchte ich euch Anderssons allerersten Film A SWEDISH LOVSTORY von 1970 zeigen, der komplett anders aber ebenso sehenswert ist.


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