Montag, 10. August 2009

JOHNNY GOT HIS GUN - Dalton Trumbo

11.08.09 | 20.30 Uhr
vorgestellt von Juan Sarmiento

JOHNNY GOT HIS GUN; JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG | USA 1971 | Regie: Dalton Trumbo | Autor: Dalton Trumbo | Besetzung: Don 'Red' Barry, Timothy Bottoms, Craig Bovia, Peter Brocco, Judy Howard Chaikin u.a. | Produzent: Bruce Campbell | Musik: Jerry Fielding | Kamera: Jules Brenner | Montage: Millie Moore | Sprache: Englisch | 111min | S/W / COLOR


Ein junger Soldat wird in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs schwer verletzt. Als er im Krankenhaus aufwacht, wird ihm nach und nach klar, dass ihm alle Gliedmaßen amputiert wurden, dass er entstellt, blind, stumm und taub ist und dass nur sein Gehirn noch funktioniert. Das Gemetzel von 14-18 hat ein Monster gezeugt: den Rumpfmenschen.

Der während des Ersten Weltkriegs spielende Roman von Dalton Trumbo erschien drei Tage vor der Kriegserklärung des Zweiten Weltkriegs. Der Autor, der zudem ein brillanter Drehbuchautor in Hollywood ist, gehört zu den "berühmtesten" Opfern des Maccarthysmus. Er kämpfte jahrelang (und erhielt nicht weniger als 17 Absagen von Seiten der Produzenten), bevor er den Roman verfilmen konnte. Der Vietnamkrieg war damals in vollem Gang. Beeinflusst von den drei großen Konflikten des 20. Jahrhunderts bleibt JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG bis zum heutigen Tag das eindrucksvollste und unerbittlichste Antikriegsplädoyer. Wir brauchen es wohl nicht extra zu erwähnen? Dalton Trumbo bat die Armee um keinerlei Unterstützung für seinen Film.

Auszug aus einem Interview: "Wie waren Ihre Gefühle bei der Verfilmung von Johnny zieht in den Krieg, insbesondere hinsichtlich der Verbindung dieser Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg mit der heutigen Zeit?"
Dalton Trumbo: "Natürlich galt mein erster Gedanke, wie das für viele Menschen in den USA der Fall ist, dem aktuellen Krieg, dem Krieg in Vietnam. Auch wenn ich die Grenzen des Pazifismus kenne, der in manchen Fällen unangebracht sein kann, ist er im Augenblick in unserem Land sehr positiv. Wenn mein Film das Militär ärgert, dann freut mich das." (Interview von François Maurin. L’Humanité, 24. Mai 1971)


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