Montag, 22. März 2010

JUST AVANT LA NUIT - Claude Chabrol


Dienstag 23.03.2010
20.30 Uhr
vorgestellt von José van der Schoot


JUST AVANT LA NUIT (Vor Einbruch der Nacht) | Frankreich 1971 | Regie: Claude Chabrol | Buch: Claude Chabrol, nach einem Roman von Eduard Atiyah | Kamera: Jean Rabier | Montage: Jaques Gaillard | Ton: Guy Chichignoud | Musik: Pierre Janson | Produktion: André Génovès | Darsteller/innen: Stéphane Audran, Michel Bouquet, François Périer, Henri Attal, Jean Carmet | 106 min | FrmdU

Der Pariser Publicity Manager Charles Masson (M. Bouquet) hat eine Affaire mit der Frau seines besten Freundes. Bei einem ihrer gewagten SM-Spielchen stranguliert er seine Geliebte ( möglich aus versehen) zu Tode.
Der Film zeigt wie Charles der eine sehr harmoniöse Ehe führt mit dieser Schuld fertig zu werden versucht.

Chabrol taucht in die Untiefen der bürgerlichen Moralvorstellungen ein und inszeniert einen raffinierten Film mit psychologischen Tiefgang.


***

Interessant zeigt sich der Film vor allem psychologisch in den ungewöhnlichen Verhaltungsweisen die seine Frau und sein bester Freund ihm gegenüber an den Tag legen
.

Montag, 15. März 2010

TATORT: FRAU BU LACHT - Dominik Graf


16.03.2010| 20.30 Uhr
vorgestellt von Sebastian Markt


FRAU BU LACHT | Deutschland 1995 | Regie: Dominik Graf | Buch: Günter Schütter | Kamera: Benedict Neuenfels | Montage: Christel Suckow | Szenographie: Birgit Beckmann-Olczyk, Barbara Perk, Renate Schmaderer | Musik: Dominik Graf, Helmut Spanner | Darsteller/inn/en: Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Anna Villadolid, Barbara M. Ahren, Maverick Queck, Petra Kleinert, Ulrich Noethen, Sabine Speicher, Gisela Kraus u.a. | 90 min | deut.

Text folgt

Samstag, 6. März 2010

MANNEN PÅ TAKET - Bo Widerberg


09.03.2010| 20.30 Uhr
vorgestellt von Jöns Jonsson



MANNEN PÅ TAKET (Der Mann auf dem Dach) | Schweden 1976 | Regie: Bo Widerberg | Buch: Bo Widerberg, nach einem Kriminalroman von Maj Sjöwall und Per Wahlöö | Kamera: Per Källberg, Odd Geir Geir Sæther | Montage: Sylvia Ingemarsson, Bo Widerberg Musik: Björn Jason Lindh | Szenographie: Ulf Axén | Produzent: Per Berglund | Darsteller/innen Carl-Gustaf Lindstedt, Eva Remæus, Sven Wollter, Hakan Serner, Thomas Hellberg, Håkan Serner, Ingvar Hirdwall, Eva Remaeus, Carl-Axel Heiknert, Birgitta Valberg, Torgny Anderberg, Bellan Roos, Gus Dahlström, Hadar Johansson | 110 min | Schwedisch mdU


Polizeikommissar Nyman wird in seinem Krankenhausbett ermordet. Ein schwieriger Fall für Martin Beck und seine Kollegen von der Mordkommission. Nachforschungen ergeben, dass nur ein alter Freund Nymans von dem Krankenhausaufenthalt gewusst hat. Die Suche nach Motiven für die Tat führt zu einer kritischen Durchleuchtung von Struktur und Mentalität der Polizei.

Der 1997 verstorbene Bo Widerberg gehörte mit Mai Zetterling und Jan Troell zur schwedischen "Nouvelle Vague". In den 70er und 80er Jahren drehte Widerberg eine Reihe von Kriminalfilmen. Er schuf auch diese spannende Verfilmung des gesellschaftskritischen Kriminalromans von Maj Sjöwall und Per Wahlöö.


Montag, 1. März 2010

ELVIRA MADIGAN - Bo Widerberg


02.03.2010| 20.30 Uhr
vorgestellt von Jöns Jonsson


ELVIRA MADIGAN | Schweden 1967 | Regie: Bo Widerberg | Buch: Noelle Gilmour, Johan Lindström Saxon, Bo Widerberg | Darsteller/inn/en: Pia Degermark, Thommy Berggren, Lennart Malmer, Cleo Jensen | Kamera: Jörgen Persson | Montage: Bo Widerberg | Ton: Sven Fahlén | Produktion: Waldemar Bergendahl, Peter Fernandez | 91 min | Schwedisch mdU



Nach einer wahren Begebenheit erzählt Bo Widerberg die romantische Ballade einer schicksalhaften, bis zur letzten Konsequenz gelebten Liebe: Ein verheirateter schwedischer Gardeleutnant verliebt sich um die Jahrhundertwende in eine Seiltänzerin, verbringt mit ihr einen glücklichen Sommer. Als ihnen das Geld ausgeht, erschießt er sie und sich selbst. Die Hauptdarstellerin Pia Degermark erhielt 1967 den Schauspielerpreis beim Filmfestival von Cannes.


Bergman über Elvira Madigan

The first time I saw Elvira Madigan when it came out in 1967 I actually didn't think it was anything special. I think it had a lot to do with the fact that Bo Widerberg at that time couldn't open his mouth without saying something disparaging about me. We had practically never met. But he wrote a book where he aggressively attacked me and I could never understand why. I actually thought he was an extremely good director, not for theatre but for film.
I saw Elvira Madigan again last summer when the newly restored version was ready and I saw it was a masterpiece. It is a film that is alive at each moment.

Montag, 22. Februar 2010

FACES - John Cassavetes


23.02.2010| 20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Neuberger



FACES
| USA 1968 | Regie & Buch: John Cassavetes | Kamera: Al Ruban | Schnitt: Maurice McEndree and Al Ruban | Produzent: Maurice McEndree | Darsteller/innen: John Marley, Gena Rowlands, Lynn Carlin, Seymour Cassel, Val Avery, Fred Draper | 130 min

[…] Man fängt mit Nichts an. Das hat mich immer fasziniert. Es ist nichts da. Man fängt mit ein paar Leuten an. Man trinkt, redet, lacht, ist glücklich oder unglücklich und denkt:" Okay, das machen wir." Und dann passiert etwas. Man kann zwei oder drei Jahre weiterleben. Der Prozess ist sehr schwierig. Die meisten arbeiten nicht gerne so, weil Ihnen Ihr Leben wichtig ist. Vor allem muss man sich von den Erfahrungen mit der Filmindustrie, der Vorstellung vom
kommerziellen Filmemachen trennen. Man entdeckt, dass jede Idee- so sie vergleichsweise originär ist - plötzlich eine mutige wird. Sie trägt sich selbst; es gibt immer Leute, die Hoffnung haben. Wir waren alle etwas älter und reifer geworden, aber manchmal muss man, um bei Verstand zu bleiben, zu den Anfängen zurück und herausfinden, ob es wirklich etwas zu sagen gibt oder nicht. Wir haben uns für das, was wir zum Ausdruck bringen wollten, aufs Spiel gesetzt:" Hier sind wir, wir haben unser Bestes gegeben".
[…]

aus Cassavetes über Cassavetes, Verlag der Autoren

Freitag, 12. Februar 2010

Berlinalepause

Nächster Termin 23.2.2010

Freitag, 5. Februar 2010

PAUL - Klaus Lemke


09.02.2010| 20.30 Uhr
vorgestellt von Sabine Herpich




PAUL | Deutschland 1974 | Regie & Buch: Klaus Lemke | Kamera: Lothar E. Stickelbrucks | Schnitt: Peter Przygodda | Szenographie: George Mühleisen-Phipps, Isolde Nist | Ton: Werner Vittiglio | Darsteller/innen: Paul Lys, Sylvie Winter, Friedhelm Lehmann, Jimmy Braker, Elke Föry, Babs Ossenkopp u.a | Produzent: Helmut Rasp | 75 min

[…] Schon in der Erstbegegnung der Milieus, bei Pauls Eindringen in die Vernissage-Gesellschaft weiß man nicht, wo hier die Grenzen verlaufen zwischen drinnen und draußen, Ernst und Spiel. Das gilt für die Szene als Szene im Film, aber es gilt auch für den Rahmen dieser Performance. Denn darum handelt es sich hier: Nicht um das Ausfüllen einer Rolle, das Spielen einer Figur namens "Paul", sondern um Pauls Performance, in der die Grenze zwischen "Paul", der Figur, und Paul, dem Darsteller, nicht mehr zu bestimmen ist. Die Handkamera und der Schnitt sorgen im Wechsel von Draufhalten und Wegschneiden und wieder Draufhalten und wieder Wegschneiden dafür, dass die Orientierung in Raum und Zeit verloren geht. Die Performance als Film gelingt nur durch Zerstörung einer stabilen Ordnung der Repräsentation. Erst in diesem Zerreißen, in diesem Verwischen der Grenze, wird das Geschehen zur Performance, zur virtuosen Abbildung eines Geschehenlassens. Es gibt einen Rahmen und es gibt Improvisation, aber wer könnte sagen, wo das eine endet, das andere beginnt. Pauls Performance macht diese Szene zum Happening. In den Worten Allen Kaprows, des Erfinders des Happenings: "The line between art and life should be kept as fluid, and perhaps indistinct, as possible." […]

Ekkehard Knörer: "Pauls Performance"
in: Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch, hrsg. von Brigitte Werneburg (Schnitt, 2006)