Dienstag 11.03.2014
20:30 Uhr
vorgestellt von Sabine Herpich
20:30 Uhr
vorgestellt von Sabine Herpich
D 2007 / 91 Min. / Buch und Regie:
Thomas Arslan / Kamera: Michael Wiesweg / Andreas Mücke-Niesytka /
Montage: Bettina Blickwede / Produktion: Thomas Arslan, ZDF und 3Sat
/ mit: Angela Winkler, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Anja Schneider,
Gudrun Ritter, Wigand Witting, Amir Hadzic, Babette Semmer, Leyla
Bobaj, Aaron Raabe, Maria Hengge
"Der Film mit dem einladenden Titel,
dessen Plakat den Tisch unterm Kirschbaum zeigt, mit großen Lettern
FERIEN darüber und der derart direkt dafür wirbt, sich
niederzulassen und ein Stück selbst gebackenen Obstkuchen zu essen,
ist beim Anschauen von einer umwerfenden Präsenz, aber zugleich auch
von einer Künstlichkeit, die nicht nur die Personen ergreift,
sondern – so scheint es nach kurzer Zeit - auch die Bäume,
Sträucher und selbst die Strasse auf der Max und seine Freundin auf
dem Moped der Abendsonne entgegenfahren. Durch die Bilder verläuft
ein Riss, der die Idylle spaltet und der die Erwachsenen bei der
Ankunft erfasst und die ganze Zeit über nicht mehr loslässt.
Die Kinder scheinen davon unberührt. Ganz ins Spielen vertieft, verschwinden sie einfach zwischen den Bäumen oder werfen aus dem Off bunte Ringe ins kadrierte Filmbild hinein. Ihre Spiele sind (wenigstens dramaturgisch) vom elterlichen Konflikt abgekoppelt. Als wären die Kinder immer friedlicher und unschuldiger, die Bäume immer grüner und das Rauschen des Windes in den Blättern immer betörender, je weiter der Konflikt zwischen Laura und Paul voranschreitet. Der Riss, der sich durch die Idylle zieht, verläuft nicht durch das Sujet Natur – es gibt keine Bilder von toten Bäumen oder stinkenden Müllhalden, welche ausdrücklich auf die Kehrseite der unberührten Landschaft verweisen würden. Dass wir Natur und zugleich 'Natur' (in Anführungszeichen) sehen, hat vielmehr mit den diese Bilder umgebenden, konfliktreichen Sujets zu tun."
[Sabine Nessel: Der Hund und die Blätter im Wind / Nach dem Film No 9: Schreiben über Film]
Die Kinder scheinen davon unberührt. Ganz ins Spielen vertieft, verschwinden sie einfach zwischen den Bäumen oder werfen aus dem Off bunte Ringe ins kadrierte Filmbild hinein. Ihre Spiele sind (wenigstens dramaturgisch) vom elterlichen Konflikt abgekoppelt. Als wären die Kinder immer friedlicher und unschuldiger, die Bäume immer grüner und das Rauschen des Windes in den Blättern immer betörender, je weiter der Konflikt zwischen Laura und Paul voranschreitet. Der Riss, der sich durch die Idylle zieht, verläuft nicht durch das Sujet Natur – es gibt keine Bilder von toten Bäumen oder stinkenden Müllhalden, welche ausdrücklich auf die Kehrseite der unberührten Landschaft verweisen würden. Dass wir Natur und zugleich 'Natur' (in Anführungszeichen) sehen, hat vielmehr mit den diese Bilder umgebenden, konfliktreichen Sujets zu tun."
[Sabine Nessel: Der Hund und die Blätter im Wind / Nach dem Film No 9: Schreiben über Film]

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