19.01.10 | 20.00 Uhr
in Anwesenheit des Filmemachers
DIE QUEREINSTEIGERINNEN wird im Kinosaal gezeigt.
Im Anschluß: Gespräch mit Rainer Knepperges.
Beginn diesmal schon um 20.00 !!!

| D 2005 | Regie: Rainer Knepperges, Christian Mrasek | Buch: Rainer Knepperges | Darsteller/inn/en: Nina Proll, Claudia Basrawi, Mario Mentrup, Rainer Knepperges u.a. | Kamera: Matthias Rajmann | Montage: Kawe Vakil | Ton: Ralf Weber | Szenographie: Claudia Stock | Musik: Thomas Hermel, Die heiligen Söhne des Ackers | Produzenten: Rainer Knepperges, Christian Mrasek | Sprache: Deutsch | 81 min |
Die Freundinnen Katja und Barbara entführen aus einer Laune heraus Harald Winter, Chef eines deutschen Telefonkonzerns. Sie fordern die Wiederaufstellung der schönen alten gelben Telefonzellen. In einem abgelegenen Ferienhäuschen zwingen sie Harald zu unbeschwertem Müßiggang. Der ist zunächst empört über die Unprofessionalität der Entführung und ärgert sich, dass ihm sein freies Wochenende vermiest wird. Als aber seine zaghaften Fluchtversuche scheitern, findet er schnell Gefallen an den Abenden mit Spiel, Tanz und Eierlikör, zu denen Katja und Barbara ihn verführen. Doch das Idyll ist bedroht, denn während die ersten gelben Telefonzellen aufgestellt werden, hat im Hintergrund bereits der skrupellose Sonderermittler Korn seine Arbeit aufgenommen...
Es geht um die Entführung eines Telefonkonzern-Chefs, die auch eine Verführung ist in eine sinnliche Utopie. (...) Welch großartige Lektion: Der Boss der Telekommunikation muss die kleinen Gesten der Verständigung und Zärtlichkeit neu erlernen. Ein Film also auch, der sich nach einer anderen deutschen Wirklichkeit und einem anderen deutschen Kino sehnt.
[Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung]
Was DIE QUEREINSTEIGERINNEN so besonders macht, ist die Leichtigkeit, mit der es Knepperges und Mrasek gelingt, das von der Mode okkupierte Retro-Konzept zurückzuerobern und als Ausdruck einer gemächlicheren Lebensweise sichtbar zu machen, die von der Raserei der Gegenwart erdrückt zu werden droht. Aus der Rückschau folgt zwanglos der kluge Entschluss, nicht jeden Scheiß mitzumachen, nur weil der gerade "in" ist, und deswegen ist dieser im besten Sinne gspinnerte Film frei und unbeschwert, richtig lustig und besonders wertvoll.
[Alexandra Seitz, Tip Berlin]
Rainer Knepperges
Rainer Knepperges ist Mitbegründer des 1990 ins Leben gerufenen Filmclub 813 und Mitglied der "Kölner Gruppe", innerhalb der er seit 1987 als Regisseur, Autor und Darsteller an bisher über 15 meist kurzen Spielfilmen beteiligt war. Darüber hinaus ist Knepperges Herausgeber des Buches "Gdinetmao. Abweichungen vom deutschen Film", das 2000 im Maas Media Verlag erschien. DIE QUEREINSTEIGERINNEN (2005) ist sein erster abendfüllender Film als Regisseur, Darsteller, Autor und Produzent.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen