Mittwoch, 2. Dezember 2009

W. - Oliver Stone


08.12.09 | 20.30 Uhr
vorgestellt von Stefan Zierock

W. | USA 2008 | Regie: Oliver Stone | Drehbuch: Stanley Weiser | Darsteller/inn/en: Josh Brolin, Elizabeth Banks, James Cromwell, Ellen Burstyn, Richard Dreyfuss, Toby Jones, Thandie Newton, Jeffrey Wright, Scott Glenn, Bruce McGill, Jennifer Sipes, Noah Wyle, Iona Gruffudd u. a. | Kamera: Phedon Papamichael Jr. | Montage: Julie Monroe | Produzent/inn/en: Moritz Borman, Jon Kilik, Bill Block, Oliver Stone | Musik: Paul Cantelon | Sprache: Engl. m. U. | 129 min

Seit dem Einzug Barack Obamas ins Weiße Haus ist es still geworden um seinen Vorgänger. Vergessen wird George W. Bush aber so bald niemand. Nicht nur, weil er der Welt zwei nicht enden wollende Kriege beschert hat. Auch seine Erscheinung hat sich uns eingeprägt: die kleinen Augen, der latent zum Grinsen gebogene Mund, der texanische Akzent, diese Art, über die eigenen Witze zu lachen. Merkmale, die derart markant sind, dass Imitatoren wie Frank Caliendo, indem sie Gesicht und Stimme entsprechend verstellen, dem Original frappierend ähnlich werden und entsprechend für Gelächter sorgen.

Doch so witzig seine eigentümliche Art und die für einen Präsidenten unglaubliche Naivität anmuten, so fatal sind die Folgen seiner Macht. Die Figur des George W. Bush ist eine wahrlich tragikomische. Was brachte diesen Mann dazu, so unbeirrt seinen Weg zu gehen und bis zum Ende daran zu glauben? Wie konnte er felsenfest davon überzeugt sein, dass sein wieder und wieder bekräftigtes Ziel, das amerikanische Volk zu beschützen und Freiheit in die Welt zu bringen, notfalls jedes Mittel rechtfertige? Was für ein Mensch ist George W. Bush?

Als ich zuerst von Oliver Stones
W. hörte, der noch vor dem Ende von Bushs Amtszeit erschien, dachte ich, der Film sei eine Komödie, welcher Art auch immer, jedenfalls voller schlagender Häme. Als ich ihn dann sah, war ich überrascht: zum einen darüber, dass W. eben keine Komödie ist, zum anderen über Josh Brolins viel gerühmte Darstellung des Protagonisten und Richard Dreyfuss' regelrechte "Verkörperung" (Roger Ebert) von Dick Cheney. Vor allem aber auch über die erstaunliche Unterhaltsamkeit und Geschwindigkeit dieses Films, der hauptsächlich talking heads zu sehen gibt.

Stone versucht, basierend unter anderem auf der Lektüre von siebzehn Büchern, ein authentisches Bild von der Person George W. Bush zu zeichnen und uns diese somit näher zu bringen. Inwieweit ihm das gelingt, werden wir sehen.

"I want a fair, true portrait of the man. How did Bush go from an alcoholic bum to the most powerful figure in the world? It's like Frank Capra territory on one hand, but I'll also cover the demons in his private life, his bouts with his dad and his conversion to Christianity, which explains a lot of where he is coming from. It includes his belief that God personally chose him to be President of the United States, and his coming into his own with the stunning, preemptive attack on Iraq. It will contain surprises for Bush supporters and his detractors. " –Oliver Stone

(Quelle:
http://www.variety.com/VR1117979349.html)

Weitere Infos und Kritiken unter:

Kritiken in Slate, Faz, Zeit und der Süddeutschen.

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