Samstag, 18. April 2009

NENETTE ET BONI - Claire Denis

21.04.09 | 20.15
vorgestellt von Gregor Stadlober


Ich habe Nenette et Boni zum ersten und letzten Mal vor ungefähr 12 Jahren gesehen und kann mich nur mehr daran erinnern, dass Valeria Bruni Tedeschi Vincent Gallo Vincenzo ruft, dass mich ein ungefähr halbsekündiger, scheinbar völlig zusammenhangloser Zwischenschnitt nachhaltig beeindruckt hat und dass ich dabei zum ersten Mal die Tindersticks gehört habe.


Isabella Reicher:


Nénette et Boni trägt die Namen seiner Protagonisten, so, wie sie einmal unter eine Kinderzeichnung gekritzelt auftauchen. Antoinette (Alice Houri) und Boniface (Grégoire Colin), Schwester und Bruder, werden für kurze Zeit zusammengeführt, als die schwangere 15jährige Nénette aus dem Internat abhaut und sich bei Boni einquartiert.

Die beiden Hauptdarsteller haben schon in US Go Home (1994), Claire Denis’ Beitrag zur Reihe "Tous les garçons et les filles de leur âge", ein Geschwisterpaar dargestellt. Mit ihnen hat Denis ihr Interesse an Jugendlichen beibehalten. In seiner Konstruktion ähnelt Nénette et Boni jedoch viel mehr J'ai pas sommeil (1994).

Wie dort bleiben auch hier Motive und Hintergründe (Familie, Mordgeschichte, Vaterschaft) weitgehend unerklärt und unbewertet – obwohl der Film sich nahe an seinen Personen bewegt. Nénette et Boni ist weniger von einer Erzählung dominiert als von Details, vielen Großaufnahmen, Blicken und wenig Dialog. Er zeigt konzentriert Verschiebungen, Veränderungen, Übertragungen, die in kleinen und in großen Zusammenhängen vor sich gehen.


Links:

http://www.imdb.com/title/tt0117221/externalreviews

http://books.google.de/booksid=i7q5FlzEeDUC&pg=PA148&lpg=PA148&dq=nenette+et+boni+interview&source=bl&ots=Wo4ITg9i9N&sig=revrhB5o5UoiEksiHdiPBoIf-rs&hl=de&ei=9MfpSbW_A8mO_Qb9joXiAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=10#PPA198,M1

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