Montag, 25. November 2013

CARNIVAL OF SOULS - Herk Harvey

Dienstag 26.11.2013
20.30 Uhr
vorgestellt von Sebastian Markt



USA 1962 | 80 min | Regie: Herk Harvey | Screenplay:  John Clifford, Herk Harvey | Camera: Maurice Prather | Editor: Bill De Jarnette, Dan Palmquist |  Sound: Ed Down, Don Jessup | Composer: Gene Moore | Actors: Candace Hilligoss, Herk Harvey, Sidney Berger, Frances Feist, Stan Levitt | Production: Harcourt Productions

"Eine weiße Frau kommt aus dem Fluß, in dem sie, acht Stunden zuvor, in einem Auto, gemeinsam mit zwei anderen jungen Frauen, versunken ist. Keiner kann sich erklären, wieso sie noch lebt, wieso sie ausgespart ist; und ausgespart bleibt sie in der Folge auch auf der Leinwand, als weißer Fleck, mit tennisballgroßen, weit aufgerissenen, noch viel weißeren Augen, die sich in die unseren hineinfräsen. Eine Somnambuhlschaft des Nichts (im Kino gleichgesetzt mit: Nichtsehen), die von einem Stimulus angetrieben wird, einer Mechanik, die sie nicht kennt, und die auch die Zuschauer nicht kennen. Doch die ahnen etwas, sie befinden sich ja in einem anderen Raum als die Heldin, ihre Ampel allerdings steht auf Rot, und so können sie der weißen Frau auf der Leinwand keinen Raum freigeben. Oder scheut die Frau in Wahrheit vor ihren Zuschauern? Sie läuft ständig vor ihnen davon, mit entsetzten Blicken über die Schulter zurück auf ihre Betrachter. Für die Hauptdarstellerin wird nur der Raum auf der Leinwand geräumt, sie, die Hauptfigur, muß aber bald, über immer längere Strecken, jedem anderen Erscheinen sich räumen. Für uns Zuseher jedoch ist immer nur diese fliehende Frau da, und zwar in jeder einzelnen Einstellung."

[Elfride Jelinek: Zu 'Carnival of Souls']

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